Thema im Planungsausschuss Tempo 30: Anrather optimistisch

Anrath. · Seit 20 Jahren kämpfen die Anwohner der Hochbend- und der Klein-Kollenburg-Straße für eine Verkehrsberuhigung. Jetzt kommt Bewegung in die Sache.

 Von einem Halteverbotsschild vor der unübersichtlichen Kurve erhofften sich die Anwohner Entlastung. Das Gegenteil ist der Fall. Die Verkehrsteilnehmer fahren noch schneller.

Von einem Halteverbotsschild vor der unübersichtlichen Kurve erhofften sich die Anwohner Entlastung. Das Gegenteil ist der Fall. Die Verkehrsteilnehmer fahren noch schneller.

Foto: Marc Schütz

Optimistisch gestimmt haben rund 30 Anwohner der Hochbend- und der Klein-Kollenburgstraße die Sitzung des Willicher Planungsausschusses verlassen. Sie sind jetzt guten Mutes, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit in der scharfen und unübersichtlichen Kurve, die die beiden Straßen verbindet, demnächst auf 30 Kilometer pro Stunde beschränkt wird.

Zuständig sind zwar eigentlich nicht die Politiker, die im Planungsausschuss sitzen, sondern das Bürgermeisteramt. Doch die Ausschussmitglieder stimmten einstimmig dafür, die Angelegenheit mit einer hohen Priorität zu versehen, auf die besondere Gefahrensituation hinzuweisen und sich Bericht darüber erstatten zu lassen, wie das vierköpfige Gremium beim Bürgermeister entschieden haben wird.

Schon seit 20 Jahren kämpfen die Anwohner der beiden Straßen dafür, dass der Verkehr dort beruhigt wird, im vergangenen Jahr wurden nun an einigen Stellen zumindest Poller auf die Bürgersteige gesetzt, damit Autofahrer nicht mehr auf die Gehwege ausweichen, wenn ihnen ein anderes Fahrzeug entgegenkommt. „Das war ein erster Schritt in die richtige Richtung“, sagte Anwohner Daniel Dieker, der im Ausschuss für die Anlieger sprach. Er wies aber auch darauf hin, dass die Einrichtung eines Halteverbots am Kurveneingang dazu geführt habe, dass viele Autofahrer jetzt noch schneller führen.

Die Kurve sei einerseits sehr schlecht einzusehen, hinzu komme, dass sich im Kurvenbereich und unmittelbar dahinter viele Grundstückseinfahrten befinden. Wenn dort gerade jemand ausparke und ein Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit ankomme, gebe es oft eine Vollbremsung. Auch Unfälle habe es schon gegeben.

Dieker machte die Politiker auch noch einmal auf die Messungen aufmerksam, die die Stadt im Mai 2019 vorgenommen hatte: Demnach befahren pro Monat 85 000 Fahrzeuge die Hochbend- und die Klein-Kollenburg-Straße, 4500 davon waren deutlich zu schnell, der Spitzenwert lag bei Tempo 90 – und das in einem reinen Wohngebiet, in dem viele Kinder wohnen. „Das ist erschreckend. Viele rasen auf die Ampel an der Ecke Schottelstraße zu, wenn sie grünes Licht sehen“, sagte Dieker. Politiker aller Parteien stimmten Dieker zu und äußerten die Hoffnung, dass sich nun endlich etwas tue. Ralf Oerschkes (SPD) wies zudem darauf hin, dass demnächst an der Klein-Kollenburg-Straße eine Kita gebaut werde. Auch das müsse das Gremium im Bürgermeisteramt berücksichtigen. msc