Neersen : Weihnachtskonzert des Posauenchores steht bevor

Statt vom Turm wird wieder aus dem zweiten Stock des Schlosses in Neersen musiziert.

Was hat es nicht alles für Gerüchte gegeben um den Posaunenchor der Emmaus-Kirchengemeinde, nachdem Karl-Heinz Burbulla die Leitung aus gesundheitlichen Gründen abgegeben hatte: Etliche der altgedienten Chormitglieder fürchteten, nicht mehr erwünscht zu sein, hatten Angst, der Posaunenchor würde unter neuer Leitung total umgekrempelt, radikal verjüngt werden. Nun steht fest: So etwas wie einen Jugendwahn hat es nicht gegeben, Männer wie Manfred Gumbinger und Volker Hufschmidt sind nach wie vor mit dabei. Und am ersten Weihnachtsfeiertag werden wie in den Vorjahren um 17 Uhr wieder bekannte Weihnachtslieder erklingen – zum zweiten Mal nicht mehr von den Zinnen des Turms der Vorburg herab, sondern aus den Fenstern des Schlosses heraus in den Innenhof.

Die Veranstaltung wird wie immer von den Neersener St. Sebastianern organisiert und wie in den Vorjahren wird auch diesmal Glühwein ausgeschenkt. So ganz optimal war die Positionierung im vergangenen Jahr nicht im ersten Obergeschoss des Schlosses: Von dem Musikern war kaum etwas zu sehen gewesen. Grundlegendes wird sich zwar erstmal nicht ändern. „Wir wollen es noch einmal in leicht veränderter Position ausprobieren und hoffen, dass wir dann besser zu hören sind“, erklärte Dieter Fehser, der den Posaunenchor leitet.

Erstmals übernimmt Fehser diese Aufgabe. „Ich hatte eine entsprechende Info im Gemeindebrief gelesen und habe mich bei Kantor Klaus-Peter Pfeifer erkundigt. Eigentlich wollte ich den Chor gar nicht leiten, sondern nur mitspielen“, erklärt Fehser gegenüber der WZ. Als sich abzeichnete, dass er den Traditionschor leiten sollte, habe er sich den Mitgliedern vorgestellt. „Das Feedback war sehr positiv. Ich habe festgestellt, dass die Mitglieder offen sind für Neues und für Veränderungen“, sagt Fehser. Zu den bewährten Musikern kamen einige neue hinzu und gemeinsam hatte man schon so manchen Auftritt, zuletzt am Wochenende auf dem Neersener Weihnachtsmarkt.

Wer ist der Neue? Nun, Dieter Fehser ist 53 Jahre alt. Der gebürtige Mönchengladbacher wohnt schon etliche Jahre in Willich. Die Chorleiterausbildung hatte er beim Landesposaunenwart Günter Klenk absolviert – das ist jetzt weit über 30 Jahre her. Sein Geld verdient Dieter Fehser im Bereich der Informationstechnik (IT) in Düsseldorf. Er hat Wirtschaftsmathematik studiert, also Mathematik kombiniert mit Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre. Die Musik ist eines seiner Hobbys: „Sie ist extrem entspannend.“

Dass die Verjüngung im Posaunenchor bis jetzt sehr behutsam stattgefunden hat, merkt man daran, dass der „Vierziger“ Harald Gantke nach wie vor der Jüngste ist. Dieter Fehser ist schon ein bisschen stolz darauf, dass die Rückmeldungen aus der Kirchengemeinde, auch von Kantor Pfeifer, durchweg positiv waren: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Natürlich würde er es begrüßen, wenn noch das eine oder andere Mitglied hinzukäme. Interessant wären auch Wiedereinsteiger. Geprobt wird immer mittwochs um 19.30 Uhr in der Evangelischen Kirche in Schiefbahn am Wallgraben/Ecke Schwanenheide. „Wer Interesse hat, sollte infach mal vorbeikommen“, sagt Fehser.

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