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Alpha Combat Club zeigte in Willich Erste Hilfe in Extremsituationen

Alpha Combat Club beim DJK/VfL Willich : Für den schlimmsten Fall gerüstet

Wie man Verletzte nach einem Angriff mit einem Messer versorgt, zeigte der Alpha Combat Club beim DJK/VfL Willich.

Um Erste Hilfe in Extremsituationen und die Rettung von Schwerverletzten ging es bei einem Workshop in den Räumen des DJK/VfL Willich. In einer Gruppe von etwa zehn Leuten ging es in einer kleinen Halle erst einmal theoretisch um die realistische Selbstverteidigung und das Einsatztraining. „Wir beschäftigen uns in unserem Training mit extremen Szenarien und wollen immer für den schlimmsten Fall gerüstet sein“, erklärte Daniel Hoof, Chefausbilder des Alpha Combat Clubs. Die Wichtigkeit des Kurses ergebe sich aus der Tatsache, dass es in Deutschland immer mehr Messerangriffe gebe und die Verteidigung in einem solchen Fall meist viel zu komplex sei. Es sei fast unmöglich, aus so einer Situation unverletzt herauszukommen, sagte Hoof.

Wie Selbstverteidigung und Erste Hilfe also zusammenkommen, ergab sich aus der Frage vieler Kampfsportler: Was passiert danach? Was tun, wenn man einen Angriff nicht abwehren kann und verletzt ist? Selbstverteidigung bedeutet, Leben zu schützen und zu retten – vor, während und nach einer Situation.

Geleitet wurde der bunt gemischte Lehrgang von Referent Björn Albersmeier, Rettungsassistent und ehemaliger Soldat. „Erste Hilfe ist immer ein Thema“, sagte er. „Wichtig ist es, die strukturierte Untersuchung zu erlernen, um dann entsprechend Hilfeleistung geben zu können“. Ziel sei es, aus fünf Minuten Überlebenschance eine Stunde zu machen. Die Teilnehmer lernten daraufhin ein Verfahren, das in verschiedene Schritte gegliedert ist: Erst müssen die lebensbedrohlichen Blutungen gestillt werden, um sich Zeit zu verschaffen und die weitere Untersuchung fortzuführen. Anschließend beginnt man mit dem strukturierten Ablauf, die gefährlichste Verletzung zuerst zu behandeln und damit das Überleben der Person zu sichern, bis die Rettungskräfte eintreffen.

Vorgestellten Szenarien wurden
im Vorhof in der Praxis geübt

„Mir gefällt die Veranstaltung sehr gut. Für das private, aber auch für das berufliche Umfeld kann man sehr viel lernen“, erzählte ein Teilnehmer. Im theoretischen Teil zu Beginn des Kurses ging es um Blutstillung, Atemwegssicherung und der Rettung von Personen. „Wir versuchen, den theoretischen Teil klein zu halten, da man in der Praxis einfach viel mehr lernt“, erklärte Albersmeier. Und so wurden im Vorhof die vorgestellten Szenarien in der Praxis geübt.

Zur Blutstillung lernte die Gruppe den Umgang mit einem sogenannten Tourniquet, das bei einer Verletzung den Blutfluss in den Venen und Arterien staut oder sogar vollständig unterbrechen soll. Das Abbinde-System ermöglicht so eine Blutungskontrolle. „Hier können wir lernen, wie stark blutende Wunden mit entsprechendem Equipment effizient versorgt werden“, erklärte Hoof. Auch demonstrierten die Kursleiter das sogenannte Wound-Packing. Hierzu übte man gemeinsam an einem Wundsimulator mit Kunstblut, größere Verletzungen mit Verbandsstoffen zu stopfen. Zur Atemwegssicherung probten Daniel Hoof und Björn Albersmeier zusammen mit den Teilnehmern die stabile Seitenlage und gingen auch auf die Verwendung eines Nasopharyngealtubus ein, welcher der Freihaltung der Atemwege dient.

Den strukturierten Ablauf zu kennen und auch in Stresssituationen richtig zu handeln, sei enorm wichtig. Dabei umfasst Erste Hilfe nicht nur die Behandlung Dritter, sondern auch die Selbsthilfe. „Nach einem Messerangriff hat man meist nur 30 Sekunden Zeit, um sich selbst zu behandeln. Danach wird man bewusstlos“, erklärte Referent Albersmeier. Hierzu legte er den Teilnehmern auch sehr ans Herz, möglichst immer ein persönliches Erste-Hilfe-Set, auch ifak (Individual First Aid Kit) genannt, dabeizuhaben. Unfallsituationen ergeben sich jeden Tag.