Alleenradweg: Komplette Beleuchtung zu teuer?

Alleenradweg: Komplette Beleuchtung zu teuer?

Nach SPD-Antrag im Planungsausschuss soll die Verwaltung Alternativen prüfen.

Willich. Die SPD-Fraktion hatte bereits versucht, entsprechende Mittel in den Haushalt 2018 einzustellen. Jetzt versuchte sie erneut zu erreichen, dass der Alleenradweg beleuchtet wird. Dem konnten die anderen Fraktionen nicht zustimmen — sie lehnte den Antrag allerdings nicht rundweg ab, sondern beauftragten die Verwaltung zu prüfen, welche Alternativen es gibt.

Die Verwaltung hatte Kosten in Höhe von 343 000 Euro ermittelt für den Fall, dass der Alleenradweg auf dem rund vier Kilometer langen Abschnitt zwischen der Robert-Schuman-Europaschule und der Wilhelm-Hörmes-Straße beleuchtet wird — dazu wären 79 Straßenlampen erforderlich. Die Finanzierung könnte durch die Stadtwerke erfolgen, die Stadt müsste die Investition nicht mit einem Mal stemmen, sondern 19 Jahre lang jeweils rund 25 800 Euro bezahlen.

Ralf Oerschkes (SPD) sprach sich für diese Lösung aus. Eines seiner Argumente: „Der Alleenradweg wird auch als Schulweg genutzt.“ Hier sah Sonja Fucken-Kurzawa (CDU) ein Problem: „Wenn eine Schulwegverkürzung durch die Installation einer Beleuchtung erfolgt, kann es sein, dass Kinder keinen Anspruch mehr auf ein Schokoticket haben.“ Der zuständige Fachbereich soll klären, ob das so ist.

Der Alleenradweg ist kein offizieller Schulweg — auch wegen der fehlenden Beleuchtung. Mit Beleuchtung könnte er Schulweg werden. Mit der Konsequenz, dass der Schulweg für viele Kinder kürzer wird. Ein Schoko-Ticket gibt es aber nur ab einer Weglänge von fünf Kilometern. Andiskutiert wurden aber auch Alternativen wie ein fluoreszierender Anstrich auf Teilen der Fahrbahndecke — einige Kommunen hätten damit gute Erfahrungen gemacht. „Es gibt bestimmt noch andere Möglichkeiten als eine teure Komplettbeleuchtung“, sagte Theresa Stoll (Für Willich). „Sicherheit ist schon wichtig, aber wir müssten uns schon noch Alternativen überlegen“, erklärte Karl-Heinz Koch (FDP). „Die Alternativen sollten zu den Haushaltsberatungen vorliegen, damit wir das Kapitel endlich abschließen können“, so der Ausschussvorsitzende Christian Pakusch (CDU). Er ließ keine große Investitionsbereitschaft erkennen: „Der Alleenradweg ist nicht die Bronx.“ rudi

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