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Stadt Willich: Akzeptiert wird längst nicht jeder Preis

Stadt Willich : Akzeptiert wird längst nicht jeder Preis

Beim Immobilientag im Wahlefeldsaal war das Angebot überschaubar. Dazu gehörten zwei neue Projekte in Schiefbahn und Neersen.

Neersen. Der Immobilientag 2017 im Wahlefeldsaal machte vor allem zweierlei deutlich: Der Wunsch, eine eigene Immobilie zu besitzen, ist nach wie vor ungebrochen. Und es ist unglaublich schwer, in der Stadt Willich an eine Immobilie ranzukommen. Das Angebot war denn auch rekordverdächtig klein.

Wer neu bauen will, hat ein ganz anderes Problem: Grundstücke sind Raritäten, selbst die Stadt war in diesem Jahr mangels Masse mit keinem Stand vertreten. Zu den ersten Besuchern gehörte gleichwohl Bürgermeister Josef Heyes.

Rainer Thiel, Immobilienmakler aus Schiefbahn, nutzte den Immobilientag, um erstmals zwei Projekte vorzustellen: Es geht im Wesentlichen um barrierefreie Eigentumswohnungen, die auf dem „Schiefbahner Dreieck“ errichtet werden am Rubensweg/Ecke Willicher Straße und in Neersen an der Kirchhofstraße, im Vorgarten der früheren Villa, die jetzt als Kindertagesstätte genutzt wird. Im hinteren Bereich, Am Römerfeld, gibt es sogar Grundstücke für Einfamilienhäuser.

Thiel hat für die Wohnungen im Bauhausstil eine Zielgruppe im Visier: Ältere Menschen, die ihr Eigenheim aufgeben wollen. „Die Preise sind noch nicht durchkalkuliert, aber der Quadratmeter wird gut 3000 Euro kosten“, erklärte der Immobilien-Fachmann. Baubeginn soll im ersten Quartal 2018 sein, nach 12 bis 14 Monaten sollen die 72 bis 154 Quadratmeter großen Wohnungen dann bezugsfertig sein.

Guido Nagel von der „Postbank Immobilien“ hat eine überschaubare Zahl von Bestandsimmobilien im Angebot, darunter ein 25 Jahre altes Mehrfamilienhaus an der Krefelder Straße mit stolzen 560 Quadratmetern Wohnfläche für 730 000 Euro sowie ein freistehendes Einfamilienhaus in Neersen. „Wer bei uns den Finanzierungs-Vorabcheck machen lässt, kommt auf eine VIP-Liste und erfährt dann über neue Angebote, bevor sie ins Internet gestellt werden“, erklärte Nagel.

Wie angespannt der Immobilienmarkt ist, wurde an folgendem Beispiel sichtbar: Wenn Guido Nagel seine Visitenkarte verteilte, bat er auch darum, Kontakt aufzunehmen, wenn eine Verkaufsabsicht besteht.

Brigitte Schiffer von der „Massivhaus Mittelrhein“ in Köln macht es Bauherren leicht — sofern sie denn ein Grundstück haben: „Wir bauen Stein auf Stein, und zwar zum Festpreis.“ So bleiben Häuslebauern böse Überraschungen erspart.

Daniela Ischerland als Organisatorin der Immobilienmesse beklagt, dass Volksbanken und Sparkassen ihre Messen nicht mehr als Forum nutzen. Auch das ist ein Indiz dafür, dass der Immobilienmarkt derzeit ein Verkäufermarkt ist. Guido Nagel weiß aber, dass selbst in Zeiten eines knappen Angebots von den Kaufinteressenten längst nicht jeder Preis akzeptiert wird.