1. NRW
  2. Kreis Viersen
  3. Willich und Tönisvorst

60 Jahre das Herz des Sports in St.Tönis

60 Jahre das Herz des Sports in St.Tönis

Die Jahnsportanlage an der Gelderner Straße feiert Jubiläum. Ein Rückblick.

St. Tönis. Wer in St. Tönis Sport treibt, kennt die Jahnsportanlage an der Gelderner Straße. Siege wurden dort gefeiert und Niederlagen gemeinsam verschmerzt. Ob Fußball oder Leichtathletik, Tennis, Karate, Boule, Bogen- und Sportschießen, Fitness und Hallenwettkämpfe aller Art — die Jahnsportanlage ist der sportliche Trainings- und Austragungsort in der Stadt.

Der Spielverein, kurz SV St. Tönis, hat hier einen Rasen- und einen Ascheplatz, nutzt die kleine Sporthalle am Ascheplatz für die Karateabteilung und das Wintertraining des Fußballnachwuchses. Die DJK Teutonia hat das Leichtathletikstadion von der Stadt gepachtet und dahinter vor einiger Zeit einen Kunstrasenplatz für die Fußballabteilung angelegt. In unmittelbarerer Nähe liegt der Boule-Platz, den der Club „Pinot“ seit 20 Jahren nutzt. Die große Rosentalhalle ist Trainingshalle und Austragungsort für viele sportliche Wettkämpfe Auch der Tennisclub Grün-Weiß hat sich an der Jahnsportanlage angesiedelt. 1968 bekamen die Grün-Weißen einen Teil des städtischen Grundstücks in Erbpacht.

Die Anfänge der Sportstätte am Ortsrand gehen in das Jahr 1953 zurück. Damals beschloss der Gemeinderat eine neue Raumordnung für St. Tönis. Wo sollen Wohngebiete entstehen, wo ein Platz für den Sport angesiedelt werden? An der Kempener Straße, wie die Gelderner Straße damals noch hieß, war, umgeben von Viehweiden, bereits die DJK Teutonia beheimatet. Die Gemeinde beschloss, das gesamte Gelände von 5,4 Hektar zu kaufen und Sportstätten für die Fußballer und Handballer, Leichtathleten, Turner und Tischtennisspieler anzulegen.

Die für damalige Verhältnisse stolze Summe von 600 000 Mark wurde für das Vorhaben veranschlagt. Im ersten Schritt sollte ein Stadion mit Rasen, einer 400 Meter „Hauptkampfbahn“ und einer Sprunggrube entstehen. Der zweite Schritt sah den Bau einer Turnhalle mit Nebenräumen vor. Diese Halle wurde die größte Turnhalle der damaligen Zeit. Heute ist es die sogenannte „kleine Halle“ am Ascheplatz. Im dritten Schritt waren ein Parkplatz, ein Turnplatz im Freien und eine Reitbahn geplant.

Was aus diesem dritten Schritt geworden ist, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Das Turnen im Freien hat sich nicht durchgesetzt und eine Reitbahn hat es an der Jahnsportanlage nie gegeben. Wie auch immer, im August 1958, also vor genau 60 Jahren, wurde die hochmoderne Sportstätte jedenfalls offiziell eingeweiht. Später kam die Rosentalhalle hinzu, die die ehemals große Halle von 1958 in ihren Ausmaßen noch deutlich übertrumpfte.

Allerdings brannte die erste Rosentalhalle aufgrund eines technischen Defekts 1973 komplett ab. Aber schon im Jahr darauf wurde eine neue Halle gebaut. Die Investition hat sich gelohnt. Für die Sportler des Ortes ist die Anlage bis heute ein beliebter Treffpunkt und eine unverzichtbare Trainings- und Wettkampfstätte.