20 Mitglieder tragen Willichs grüne Partei

20 Mitglieder tragen Willichs grüne Partei

Basis unterstützt strategische Partnerschaft mit den Christdemokraten in der Stadt. Vorstandsspitze mit Merlin Praetor und Raimund Berg wurde einstimmig bestätigt.

Willich. Nach zwei Jahren hatten die Grünen wieder zu einer ordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen. Zwischenzeitlich war einiges passiert. So hatte die Öko-Partei im Dezember letzten Jahres eine strategische Partnerschaft mit der CDU verkündet.

Foto: Bündnis 90/Die Grünen

Am Mittwochabend wurde in der Gaststätte Maaßen deutlich, dass die Mitglieder diese Entscheidung mittragen: Keiner derer, die zur Wahl standen, musste auch nur eine einzige Gegenstimme hinnehmen. Merlin Praetor bleibt weitere zwei Jahre lang Ortsverbands-Vorsitzender, Raimund Berg bleibt stellvertretender Vorsitzender.

Bernhard Fleischer wird sich auch künftig um die Finanzen kümmern. Als Beisitzer standen Volker Schubert und Manuel Paas, der jetzt Medienbeauftragter werden soll, nicht mehr zur Verfügung. Sie wurden durch Paul Muschiol und Claudia Poetsch ersetzt.

Als Beisitzer für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt wurden Christian Winterbach und Sina Kingen.

Die Willicher Grünen haben zurzeit nur 20 Mitglieder, die meisten davon bringen sich in die Parteiarbeit ein. Sie sind zwischen 17 und 71 Jahre alt.

Raimund Berg zur Kooperation mit den Christdemokraten in Willich

Merlin Praetor und Raimund Berg gingen noch einmal auf die Kooperation mit den Christdemokraten ein. „Es ist schon charmant, dass jetzt nichts mehr gegen CDU und Grüne geht“, so Praetor. Die Kooperation ermögliche es, verstärkt grüne Akzente zu setzen.

„Wir können viel stärker als in der Vergangenheit Einfluss nehmen“, erklärte Berg. Was er sonst noch hervorhob: „Der Umgang der CDU mit uns war hoch anständig.“ Die Grünen sehen sich als „das grüne Navi für die CDU“. SPD und FDP seien keine geeigneten potenziellen Kooperationspartner gewesen. „Die beiden handlungsfähigsten Parteien lenken jetzt diese Stadt“, stellte Praetor zufrieden fest. Gleichwohl handele es sich um zwei unterschiedliche Parteien, die in vielen Punkten unterschiedlicher Auffassung sind.

Voller Spannung sehen die Grünen den Kommunalwahlen in 2020 entgegen: „Spannende Frage, wer dann Bürgermeister wird“, erklärte der Vorsitzende, für den Amtsinhaber Josef Heyes schon jetzt „ein Mann der Vergangenheit“ ist.

Dass die Willicher Grünen noch immer voller Tatendrang sind, macht eine aktuelle Aktion deutlich: Sie haben eine Online-Petition für einen schnelleren Kohleausstieg gestartet: „Wir fordern die Stadtwerke auf, keinen Kohle- oder Atomstrom mehr einzukaufen. Noch vorhandene Verträge aus diesen Stromquellen sollen auf dem Strommarkt weiterverkauft werden. In der Zwischenzeit ist der Ökostromtarif zum gleichen Preis wie der Strom-Direkt-Tarif anzubieten.“ Mindestens 2000 Unterschriften sind das erklärte Ziel.

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