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100. Geburtstag: Apothekerin und Unternehmerin aus Überzeugung

100. Geburtstag: Apothekerin und Unternehmerin aus Überzeugung

Henriette Rothkopf aus Vorst wird am Montag 100 Jahre alt. Das Studium hat sie 1937 beendet.

Vorst. Wache Augen, ein frisches Gesicht, auf dem immer ein Lächeln zu sehen ist. Wer Henriette Rothkopf anschaut, der kann nicht glauben, dass die Apothekerin morgen 100 Jahre alt wird . „Ich weiß nicht, warum ich so alt geworden bin. An den Pillen, die ich nicht nehmen musste, kann es nicht liegen, die habe ich lieber verkauft“, sagt sie scherzhaft.

Ihrem Beruf, den sie bis zum Alter von 92 Jahren ausübte, trauert sie heute noch hinterher. Die Vorsterin war nämlich mit Leib und Seele Apothekerin. Als zehntes von elf Kinder einer Duisburger Bauernfamilie entschloss sie sich 1931, Apothekerin zu werden, wenngleich „ich lieber Ärztin geworden wäre. Aber das gab unsere finanzielle Situation nicht her“, erinnert sie sich.

In der Sonnen-Apotheke in Duisburg-Großenbaum legte Henriette Rothkopf den Grundstein ihrer beruflichen Ausbildung. Am 4. März 1937 beendete sie ihr Studium an der Frankfurter Universität mit dem pharmazeutischen Staatsexamen. Es folgten die Lehr- und Wanderjahre in verschiedenen Apotheken. 1953 übernahm Henriette Rothkopf die Leitung der Apotheke in Vorst, zunächst als Filiale, dann ab 1957 als eigenständige Firma.

Voller Elan ließ sie 1960 die heute bekannte Apotheke bauen. „Meine Mutter ist immer aus Überzeugung Apothekerin gewesen. Dazu zeigte sie viel Unternehmergeist“, sagt Tochter Margret Rothkopf-Ischebeck, die in die Fußstapfen ihrer Mutter trat und heute die Vorster Apotheke leitet, offiziell seit 2005.

Zum Geburtstag ihrer Mutter hat sie sich mit Hilfe vieler Kunden, Mitarbeiter und Freunde etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Das Geburtstagskind bekommt ein selbstgestaltetes Jahrhundert-Buch als Geschenk. „Alle haben kleine Geschichten, die sie mit meiner Mutter erlebten aufgeschrieben und ich habe mit entsprechenden Fotos dazu sowie allgemeinem geschichtlichem Hintergrund das Buch gestaltet“, verrät Rothkopf-Ischebeck.

Gefeiert wird am Nikolaustag in Vorst mit der Familie, Freunde und den Kunden, begleitet durch den Cäcilienchor. Wobei sich die Seniorin Geld wünscht, das dann an die Lebenshilfe Vorst, die evangelische Kirche und das Kolpingwerk gespendet wird. bt