Zulassungsstelle: Hilfe vor Ort statt im Netz

Zulassungsstelle: Hilfe vor Ort statt im Netz

Behörde: In Kempen und Viersen kümmern sich die Mitarbeiter persönlich um die Kunden. Das Internet kann noch keinen guten Service bieten.

Kempen/Kreis Viersen. 59 000 Kunden haben im Jahr 2009 die KFZ-Zulassungsstelle des Kreises aufgesucht. Im laufenden Jahr waren es auch schon mehr als 33 000 Menschen, die die Servicestellen in Viersen und Kempen genutzt haben. Da sind Wartezeiten vorprogrammiert: in Viersen müssen die Kunden durchschnittlich 30 Minuten warten, in Kempen sogar 40. "Das lässt sich nicht verhindern", erklärt Hans-Georg Strompen, Leiter des Straßenverkehrsamtes. "Die Arbeit in den Servicestellen ist komplex. Das Zulassungssystem in Deutschland ist vielschichtig. Da müssen wir auf jeden Kunden individuell eingehen."

Strompen hat Verständnis für die Bürger, die über die Wartezeiten meckern: "Klar, das macht keiner gerne. Aber vor Ort bemühen sich unsere Mitarbeiter um den bestmöglichen Service." Dass die meisten Kunden zufrieden sind, belege die geringe Anzahl der Beschwerden. "Das sind im Jahr nur eine Handvoll", ergänzt der Amtsleiter.

"Das Internet kann derzeit noch keine Entlastung bringen", sagt Albert Meurer, Leiter der Zulassungsstelle, auf die Frage nach mehr Service für den Bürger. "Dazu sind die Formulare, die beispielsweise bei der Zulassung eines Autos auszufüllen sind, zu kompliziert." So müssten unter anderem lange Zahlencodes eingegeben werden. "Das kann der Bürger allein nicht leisten. Die Fehlerquote wäre so hoch, dass die Formulare im Endeffekt doch von unseren Mitarbeitern ausgefüllt werden müssen", sagt Meurer. Dann bleibe man lieber bei der Bearbeitung vor Ort.

Zudem verlange der Gesetzgeber immer noch behördliche Siegel im Fahrzeugschein und auf den Nummernschildern. "Und die kann man sich nicht einfach ausdrucken", so Albert Meurer. "Für einen sinnvollen Zulassungs-Service im Netz müssen erst Gesetze geändert werden", ergänzt Hans-Georg Strompen. Sollten die notwendigen Reformen umgesetzt sein, "bin ich der erste, der für ein breites Angebot im Internet ist".

Wann das soweit ist, sei noch offen. Derzeit läuft ein Pilotprojekt im Rhein-Erft-Kreis. "In fünf bis zehn Jahren wird das Internet-Angebot besser sein", schätzt Strompen. Bislang könne man im Netz lediglich sein Wunschkennzeichen reservieren. "Dieses Angebot wird hervorragend angenommen." Jährlich greifen mehr als 50 000 Kunden darauf zurück - Tendenz steigend.

Übrigens: Wenn man nicht viel Zeit hat, sollte man den Besuch der Zulassungsstelle an einem Brückentag meiden. Meurer: "Dann ist hier die Hölle los."