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Wie es mit der insolventen Bäckerei Berns aus Viersen weitergeht

Unternehmen in Viersen : Bäckerei Berns sucht nach einem strategischen Partner

Die Sanierung der Bäckerei Berns läuft. Ein strategischer Partner soll dabei helfen, das insolvente Unternehmen finanziell zu stützen.

Aus acht Filialen sind sechs geworden, Backwaren wie die Laugenecke oder das Schwarzbrot kosten jetzt 20 Cent mehr: „Wir haben wichtige Sanierungsmaßnahmen für die Bäckerei Berns umgesetzt und auch die Verkaufspreise moderat angepasst. Wir arbeiten zudem an einer Kalkulation und Planung für das kommende Jahr“, sagt Michael Bremen. „Die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen beginnen zu greifen“, erklärt der Insolvenzverwalter. Und: „Seit Anfang Oktober werden die Gehälter der Mitarbeiter wieder aus dem laufenden Geschäftsbetrieb bezahlt.“ Ziel der Sanierungsbemühungen sei nun die langfristige Zusammenarbeit mit einem strategischen Partner. Bis vor ein paar Wochen hat das Familienunternehmen mit Sitz in Viersen in der Region acht Filialen betrieben und 56 Mitarbeiter angestellt. Mitte August hatte dann das Amtsgericht Mönchengladbach den Düsseldorfer Rechtsanwalt Bremen zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Bäckerei Berns bestellt. Das Insolvenzverfahren „geht auf einen Antrag des Betriebs zurück“, sagte er damals. „Die Arbeitnehmer bekommen Insolvenzgeld ausgezahlt über eine zwischengeschaltete Bank, sodass der Betrieb weitergeführt werden kann“, ergänzte er. Am 30. September hat das Amtsgericht Mönchengladbach das Insolvenzverfahren eröffnet und ihn zum Insolvenzverwalter bestellt. Vor 25 Jahren ist die Bäckerei Berns gegründet worden, Geschäftsführer ist Hubert Berns. In der eigenen Backstube in Viersen werden Backwaren gefertigt, die an Wiederverkäufer wie Kantinen, Hotels und Seniorenheime geliefert und in den Filialen in der Region vertrieben werden.

Zwei Filialen der Bäckerei
wurden geschlossen

Nach Bremens Angaben entwickeln sich die Umsätze in den Filialen und mit den Wiederverkäufern gut – zwei Filialen hätten aber wegen fehlender Rentabilität geschlossen werden müssen. In Viersen-Süchteln an der Tönisvorster Straße und in Alt-Viersen sind nun also die Bäckereien dicht gemacht. Mit dem Vermieter eines weiteren Standortes soll noch über die Verlängerung des auslaufenden Mietvertrages verhandelt werden. Berns hat unter anderem noch zwei Filialen in Alt-Viersen, eine in Grefrath und eine in Kempen. Insgesamt seien derzeit 47 Arbeitnehmer und drei Auszubildende bei Berns beschäftigt, sagt Bremen. „Wir haben zwischenzeitlich auch Personal neu eingestellt“, betont er – drei Neueinstellungen seien ihm bekannt. Bremen macht deutlich: „Die Mitarbeiter haben der Bäckerei Berns in diesen schwierigen Zeiten fast vollständig die Treue gehalten. Hierfür gilt ihnen mein besonderer Dank. Auch die Kunden halten die Treue, was sehr erfreulich ist.“ Gründe, die möglicherweise zur Insolvenz führten, nennt Bremen nicht. Die Familie Berns möchte sich derzeit insgesamt nicht öffentlich zum Insolvenzverfahren äußern. Bremen sucht nun einen strategischen Partner, „wir führen Gespräche mit potenziellen Interessenten, um Synergien für die Bäckerei zu heben“, sagt er.