Wetter: Blitzeis sorgt für glatte Straßen im Grenzland

Wetter: Blitzeis sorgt für glatte Straßen im Grenzland

In Holland war es kälter als auf deutscher Seite. Unfälle blockieren den Fernverkehr.

Grenzland. Blitzeis hat gestern Morgen um kurz nach 7.30 Uhr den Verkehr auf der N280, der Verlängerung der Autobahn 52 auf niederländischer Seite, zum Erliegen gebracht. Der Fahrer eines Lkw, unterwegs in Richtung Roermond, hatte auf spiegelglatter Fläche bremsen müssen, weil vor ihm bereits ein Laster liegengeblieben war.

Beim Ausweichversuch hatte er die Kontrolle über seinen Wagen verloren und war durch die Mittelleitplanke gebrochen. Damit waren beide Spuren in Fahrtrichtung Deutschland und die Linke in Richtung Niederlande blockiert. Bei dem Durchbruch riss der Benzintank des Wagens auch noch auf. Der Fahrer, ein 56-jähriger Engländer, wurde aber nicht verletzt.

Die N280 war in Richtung Deutschland bis gegen 12.30 Uhr voll gesperrt, in Richtung Niederlande lief der Verkehr einspurig an der Unfallstelle vorbei. Die Reparaturarbeiten an den Leitplanken, die einspurige Verkehrsführung in beide Richtungen notwendig machten, dauerten bis in den Nachmittag.

Auf deutscher Seite zwischen Schwalmtal und Niederkrüchten verunglückte gegen 8.45 Uhr ein 37-jähriger Roermonder. Er war bei einem Überholmanöver mit den linken Rädern in den aufgetürmten Schneematsch geraten. Er prallte nach links gegen die Leitplanke, dann in einer Art Ping-Pong-Effekt gegen den niederländischen Lastwagen, den er gerade überholte, wieder zurück in die Leitplanke und erneut gegen den Lkw.

Schließlich drehte er sich vor dem Transporter um 180 Grad und blieb im aufgetürmten Schnee am rechten Autobahnrand liegen. Der Wagen wurde schwer beschädigt, zur Schadenshöhe kann die Autobahnpolizei noch keine Angaben machen. Glatteis herrschte hier allerdings nicht.

Die Ursache dafür, warum in wenigen Kilometern Entfernung einmal alles spiegelglatt ist und einmal nicht, bleibt unklar. Einen Erklärungsversuch hat Ortrun Roll, Meteorologin vom Dienst beim Deutschen Wetterdienst in Essen.

"In den Niederlanden war es gestern Morgen um diese Zeit etwa ein halbes bis ein Grad kälter als auf deutscher Seite." Das könne der entscheidende Temperaturunterschied gewesen sein.

Blitzeis - meteorologisch korrekt heißt es gefrierender Regen - entstehe, wenn flüssiger Niederschlag auf gefrorenen Boden treffe und dort sofort gefriere. Die N280 liegt sehr frei und windanfällig im Gegensatz zur von Wällen geschützten A52, so dass auch hierdurch geringfügig niedrigere Temperaturen am Boden zu erwarten sind.

Apropos niedrige Temperaturen: Eine minimale Hoffnung auf weiße Weihnachten hat die Meteorologin noch. "Am Heiligabend erwarten wir wieder Niederschlag." Da die Temperaturen sich noch nicht eindeutig entschieden hätten, in welche Richtung es gehen soll, könne das auch Schnee sein. "Aber wir rechnen eher mit Regen."

Dafür habe der Niederrhein einen erstaunlichen vierten Advent gehabt. "Der Schnee lag hier mit 25 Zentimetern höher als am Kahlen Asten." Dort waren es 22 Zentimeter.

Mit dem Unterschied allerdings, dass dort der Schnee noch liegt und sich niemand mit dem Gedanken an Blitzeis herumschlagen muss. Das könnte dem Niederrhein auch heute noch einmal blühen. Über Nacht sollen die Temperaturen nämlich wieder unter Null Grad sinken.