Westverlängerung der S28 - Hoffen aufs Frühjahr

ÖPNV im Kreis Viersen : Verlängerung der S28: Kreis und Städte setzen auf Gutachten

Ergebnisse sollen im Frühjahr vorliegen. Viersen, Willich und der Kreis wollen die Verlänerung der Linie – Mönchengladbach nicht.

Kommt die Verlängerung der S 28 über Kaarst hinaus bis nach Viersen? Zumindest arbeitet die „Planungsgruppe S 28“, bestehend aus dem Kreis Viersen und den Städten Willich und Viersen, hart daran. Hoffnungen richten sich vor allem auf ein neues Gutachten, mit dem der Kreis Viersen das Büro Planersocietät in Dortmund beauftragt hat. Die Studie soll aufschlüsseln, welche verkehrlichen und volkswirtschaftlichen Vorteile die Westverlängerung hätte.

Die Ergebnisse sollen im Frühjahr vorliegen. Was drin stehen wird, ist jetzt schon klar: Die S 28 würde für eine deutlich bessere Anbindung an die Landeshauptstadt Düsseldorf sorgen, die Autobahnen entlasten, zur Luftreinhaltung beitragen, das Wohnen im Kreis Viersen attraktiver machen, zu neuen Firmenansiedlungen führen. Die Studie soll diese Thesen wissenschaftlich untermauern.

Seit Jahren scheitern die Bemühungen um eine Westverlängerung der S 28 an der ablehnenden Haltung der Stadt Mönchengladbach. Im Neuwerker Raum, von einer möglichen Schienenführung über rund 2,5 Kilometer besonders berührt, haben Politiker von CDU und SPD schon signalisiert, notfalls gegen ihre jeweilige Fraktion zu stimmen, falls sich diese einem entsprechenden Vorstoß aus dem Kreis Viersen anschlösse.

„Es ist in der Vergangenheit schon mehrfach versucht worden, die Verlängerung der S 28 zu bekommen“, sagte Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) im Hauptausschuss: „Das ist bislang immer am Veto der Gladbacher gescheitert. Mit der Projektgruppe versuchen wir das nun ein bisschen zu umdribbeln.“

Eine Realisierungsvereinbarung ist in Planung

Der Plan sieht vor, dass die Ergebnisse der neuen Studie zeitnah nach Fertigstellung des Papiers dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und dem NRW-Verkehrsministerium präsentiert werden. Der Verkehrsminister könnte dann die Westverlängerung als „Investitionsmaßnahme im besonderen Landesinteresse“ fördern, auch wenn Gladbach weiter die Streckenverlängerung ablehnt.

Zugleich wollen der Kreis Viersen, die Städte Willich und Viersen sowie die Regiobahn GmbH eine Realisierungsvereinbarung abschließen, um ihren festen Willen zu dokumentieren, dass die Verlängerung der S 28 kommt. Darin wird auch festgehalten, wer die Planungskosten trägt. Ursprünglich standen dafür einmal rund 800 000 Euro im Raum, laut einem aktuellen Angebot ist der Preis nun auf 1,8 Millionen Euro gestiegen – zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer. Darin sollen alle Kosten enthalten sein, die für die Erlangung eines Planfeststellungsbeschlusses nötig sind.

Einen Arbeitsentwurf zu der sogenannten Realisierungsvereinbarung gebe es bereits. Aktuell befinde man sich in der Feinabstimmung, so Anemüller. Ein Punkt, der noch geklärt werden muss, ist die Vorfinanzierung der 1,8 Millionen Euro für die Planung. Sollte die Westverlängerung nicht kommen, wäre das Geld verloren. Schlechte Nachricht für die „Projektgruppe S 28“: Die Regiobahn teilte mit, dass sie diese Kosten nicht selbst vorfinanzieren könne. Sie bittet die beteiligten Kommunen, dafür in Vorleistung zu treten. „Einen entsprechenden Merkposten haben wir bereits im Haushaltsentwurf stehen“, sagte Anemüller.

In der Überlegung ist nach wie vor, dass Kreis Viersen und die Städte Viersen und Willich Mitgesellschafter der Regiobahn werden. Anemüller: „In diesem Fall könnten wir die Mittel für die Planungskosten über ein Gesellschafter-Darlehen gewähren.“