Viersener wegen Menschenraub vor Gericht

Brutaler Überfall in Viersen : Menschenraub: Viersener vor Gericht

Die Männer sollen einen Bekannten gequält und bedroht haben. Prozess beginnt am Montag.

Ein skurriler Fall wird ab Montag, 19. August, 11.30 Uhr, vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Mönchengladbach verhandelt: Zwei Männer sollen einen Bekannten gefangen genommen haben, um ihn zu
töten.

Zwei Viersener (24 und 34 Jahre alt) und ein 43-jähriger Mönchengladbacher sind wegen erpresserischen Menschenraubs, gefährlicher Körperverletzung und des Versuchs der Beteiligung an einem Mord angeklagt, zwei der Männern sogar wegen der versuchten Beteiligung an einem Mord in zwei Fällen. Im Oktober soll einer der Viersener laut Anklageschrift dem Mönchengladbacher vorgeschlagen haben, einen Rauschgifthändler zu überfallen. Zum Schein sollten bei diesem zuvor Drogen bestellt werden. Bei der Abholung sollte der Angeklagte aus Mönchengladbach maskiert und mit einer Pistole bewaffnet erscheinen und den Dealer „kaputt machen und ohne Gnade einfach wegballern“.

Da die Bestellung jedoch bereits getätigt war und die „positive“ Rückmeldung des Angeklagten zur Durchführung des Plans zu spät erfolgte, wurde die Tat nicht wie besprochen umgesetzt. Einen erneuten Versuch gab es dann im Februar 2019: Da lockten die beiden Viersener einen Bekannten in eine Wohnung in Viersen. Die beiden hätten geplant, ihn in ihre Gewalt zu bringen, Geld zu fordern und ihn dann zu töten, heißt es in der Anklageschrift.

Das Duo soll sein Opfer mit
einer Eisenkette gefesselt haben

Dabei soll das Duo den Bekannten brutal überwältigt, ihn mit Klebeband und einer Eisenkette auf einem Bürostuhl gefesselt haben, ihm seinen Schmuck abgenommen und ihm gedroht haben, ihn zu töten.

Der 24-jährige Viersener soll den Gefangenen mehrfach mit einer Gas- beziehungsweise Schreckschusswaffe beschossen haben. Dem Opfer wurden zudem diverse Schnitt- und Stichverletzungen zugefügt, auf seinem Kopf wurde eine Flasche zerschlagen. Der Aufforderung der nun angeklagten Männer, telefonisch 2000 Euro bei seinen Verwandten zu erbitten, sei der Geschädigte nachgekommen. Doch seine Bitte war erfolglos: er bekam das Geld nicht.

Daraufhin hätten die Angeklagten mit einem Baseballschläger auf den gefesselten Mann eingeschlagen, ihm weitere Schnittwunden zugefügt und ihm noch eine Plastiktüte über den Kopf gezogen. Um dessen Schmerzen zu verstärken, sollen die Männer eine Flüssigkeit in seine Wunden gegossen haben.

Ohne ihren ursprünglichen Plan weiter zu verfolgen, seien die Angeklagten schließlich eingeschlafen. Erst zu diesem Zeitpunkt sei es dem Opfer gelungen, sich zu befreien und zu fliehen.

Ebenfalls im Februar verabredeten einer der Männer aus Viersen und der Mönchengladbacher, einen weiteren Menschen in seinem Haus in Mönchengladbach zu überfallen. Es ging darum, ihm 1000 Euro und die Bankkarte zu entwenden und ihn bei dieser Gelegenheit „tot zu schlagen“. Die Plan sei jedoch wegen der Festnahme eines Angeklagten im Juni nicht mehr umgesetzt worden.

Für den Prozess sind insgesamt acht Verhandlungstage angesetzt.

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