Viersen: Polizei graust es vor Halloween

Viersen: Polizei graust es vor Halloween

Viersener Beamte sehen der Halloween-Nacht mit gemischten Gefühlen entgegen. Sie befürchten Randale.

Viersen. Es ist so amerikanisch wie Baseball und Hamburger mit Pommes und Cola: Halloween. Das Fest der Geister, Hexen, Teufel und Vampire erfreut sich aber auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Es gibt zahllose Grusel-Partys in Privatwohnungen wie in großen Hallen.

In Viersen sieht man dem verkleideten Feier-Volk in der Nacht zum 1. November allerdings mit gemischten Gefühlen entgegen. Der Grund sind unangenehme Erfahrungen aus den vergangenen Jahren.

Der Polizei, die in der Nacht verstärkt Präsenz zeigen will, bereiten nach eigenen Angaben vor allem Jugendliche und Heranwachsende Sorgen, die in diesen gruseligen Stunden verstärkt zum Alkohol greifen. Und die dann das Halloween-Motto "Süßes, sonst Saures" ("trick or treat" heißt es im englischen Original) in unangenehmer - und manchmal auch gefährlicher - Weise interpretieren.

Rückblick: Bei den Feierlichkeiten im Jahr 2004 kam es unter anderem zu Auseinandersetzungen zwischen zwei Jugendgruppen. Dabei flog einem 16-Jährigen eine Flasche Apfelkorn an den Kopf - er musste im Krankenhaus behandelt werden.

Im Jahr darauf wurden Bürger durch Feuerwerkskörper und maskierte Jugendliche, die grölend durch die Straßen liefen, um den Schlaf gebracht. Kreisweit gab es rund 40 Polizeieinsätze.

2006 waren dann sogar Waffen im Spiel: Während einer Party in Grefrath wurde ein 18-Jähriger mit einem Messer bedroht und dann niedergeschlagen. Das gewalttätige Trio, 16 und 17 Jahre alt, wurde vorläufig festgenommen. Außerdem wurden Gräber auf dem Friedhof in Schaag verwüstet und ein Rollladen sowie ein Schaukasten in Viersen angesengt. In Willich traten Jugendliche eine Haustür-Scheibe ein und verstreuten Mehl.

Im vergangenen Jahr gab es vor allem beschmierte Hauswände und Attacken mit Eiern - mit Farbe gefüllt. Und das alles sind nur Auszüge aus der Halloween-Bilanz der Polizei. Die Beamten betonen, dass der Spaß da aufhöre, "wo sich andere bedroht oder genötigt fühlen".

Wenn es zu Straftaten komme, so Polizei-Sprecherin Antje Heymanns, sei es für Anwohner und Passanten die richtige Wahl, die Polizei einzuschalten. "Aber man sollte natürlich auch an die Vernunft der Jugendlichen appellieren."

So wie es auch die Polizei tut: "Es hat nichts mit Spaß zu tun, wenn man Menschen oder Häuser mit Eiern bewirft, Blumen aus Vorgärten reißt, Mülltonnen umwirft, Wände und Autos mit Fäkalien beschmiert."

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