Mundartnachmittag in Viersen-Dülken So schön klingt Heimat

Viersen-Dülken · Unter dem Titel „Maar Moot, op Platt kalt et sich joot“ lud der Verein für Heimatpflege Viersen zu einem Vorlesenachmittag ein. In der Aula des Clara-Schumann-Gymnasiums trugen zwölf Schüler Mundart vor.

 Unter dem Titel „Maar Moot, op Platt kalt et sich joot“ hatte der Verein für Heimatpflege Viersen zu einem Vorlesenachmittag eingeladen. Zwölf Schüler trugen verschiedene Mundarttexte vor.

Unter dem Titel „Maar Moot, op Platt kalt et sich joot“ hatte der Verein für Heimatpflege Viersen zu einem Vorlesenachmittag eingeladen. Zwölf Schüler trugen verschiedene Mundarttexte vor.

Foto: Bianca Treffer

„Ich kann keine Mundart sprechen, aber ich verstehe so gut wie alles. Ich finde Mundart großartig, weil es ganz viel mit Heimat zu tun hat. Es schafft ein identifikationsstiftendes Gefühl.“ Mit diesen Worten begrüßt Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller die Vorleser und Zuhörer, die sich in der Aula vom Dülkener Clara-Schumann-Gymnasium eingefunden haben. Es sei wichtig, dass die Mundart nicht verloren gehe, betont sie.

An diesem Nachmittag steht in der Schule die Mundart im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Maar Moot, op Platt kalt et sich joot“ hat der Verein für Heimatpflege Viersen zu einem Vorlesenachmittag eingeladen. „Danke an all die, die mit den Teilnehmern geübt haben und damit dazu beitragen, dass die Mundart nicht verloren geht. Mundart ist meine Muttersprache. Es ist die Sprache, die ich von meiner Mutter gelernt habe. Es ist die Sprache, die mein Herz wärmt“, sagt Marieluis Boes.

Damit spricht die Leiterin des Arbeitskreises Mundart vom Verein für Heimatpflege vielen der Besuchern aus der Seele, wie unschwer an den zustimmenden Nicken zu erkennen ist. Bei den jungen Vorlesern herrscht indes Aufregung, denn es ist schon etwas anderes, vor einer Besuchergruppe aufzutreten, als daheim innerhalb der Familie Mundarttexte zu üben.

Die Vorbereitungen für den Vorlesenachmittag starteten bereits im November vergangenen Jahres. Zu diesem Zeitpunkt verschickte der Heimatverein die jeweiligen Texte an die teilnehmenden Schulen. „Wir hatten vorab alle Schulen angeschrieben. Acht Schulen bekundeten ihr Interesse mitzumachen“, berichtet Boes. Die Kinder und Jugendlichen der teilnehmenden Grundschulen und weiterführenden Schulen begannen mit dem Üben.

„Wir haben eine Audio-CD dazu bekommen. Die habe ich mir zu Hause immer angehört, um die Aussprache zu lernen“, erzählt Leni, die die Paul-Weyers-Grundschule besucht. Mundart höre sich sehr schön an, bemerkt die Viertklässlerin. Das findet Klassenkameradin Lina auch. „Und schwierig ist es auch nicht. Es macht viel Spaß“, fügt Lina an.

Für den Vorlesenachmittag suchten die teilnehmenden Schulen ihre besten Vorleser aus. Auf diesem Weg kamen 13 Schüler zusammen, wobei „wir eine Absage aufgrund von Krankheit haben“, sagt Boes. Damit ist es das runde Dutzend, das bei diesem besonderen Nachmittag an den Start geht.

Wobei es zunächst etwas zu leise ist. Lisa, die eigentlich mit dem Text „Marmelaad“ starten soll, ist die Aufregung, als erste ans Mikrofon zu treten, auf der ganzen Linie anzusehen. Die Stimme will irgendwie nicht so richtig mitmachen. Für Boes, die moderiert, überhaupt kein Problem. „Du meldest dich einfach, wenn du nachher noch vorlesen möchtest“, sagt sie und macht der Schülerin Mut. Nichtsdestoweniger gibt es einen lauten Applaus für die Grundschülerin.

Damit übernimmt Leni den ersten Vorlesepart und das ganz souverän. Kaum am Tisch Platz genommen, legt sie auch schon mit ihrem Text „Katrin on deä deke Schteen“ los. Der lustige Text löst so manchen Lacher bei den Zuschauern aus. Auf der Bühne wechseln sich die Vorleser ab. Wobei es insgesamt sechs Texte sind, mit denen sich in den jeweiligen Altersstufen auseinandergesetzt wurde. Ob Grundschüler oder Schüler aus der Mittel- und Oberstufe der weiterführenden Schulen – sie alle verdeutlichen, dass sie sich mit der Mundart gut vertraut gemacht haben.

„Dat Oeremoet“, vorgetragen von Luisa vom Clara-Schumann-Gymnasium oder „Ben schrif an Anna“, hier liest Anna vom Clara-Schumann-Gymnasium vor – alle Lesestücke kommen bei den Besuchern bestens an. Mit musikalischen Einlagen begleitet das Orchester vom Clara-Schumann-Gymnasium unter der Leitung von Pierre Leibfried den Vorlesenachmittag gekonnt.

Auf die Vorleser warten zum Schluss der Veranstaltung noch Präsente. Sie können sich über ein Geldgeschenk der Deutschen Bank freuen. Zudem hat das Geldinstitut weitere Preise für alle Schüler gestiftet, die sich in den Schulen mit den Texten beschäftigt und geübt hatten. „Das ist unser Beitrag zur Unterstützung der Heimatpflege. Mundart ist ein Stückchen Heimat, das hoffentlich über die nächste Generation hinaus bewahrt wird“, sagt Michael Hermges von der Deutschen Bank Viersen.

Neben den Preisen gab es für alle Teilnehmer noch Urkunden vom Verein für Heimatpflege.

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