Kleinstes Museum Enthüllung in Viersens Kunstszene

Viersen · Sie betreibt das „kleinste temporäre, druckgrafische Museum“. Für Sonntag plant Dagmar Reichel neben einer Enthüllung auch eine Ausstellung von Einblättern, die der Viersener Horst Jansen herausgegeben hat.

 Dagmar Reichel wagt einen Blick unter das noch verhüllte Schaukastenmuseum an der Süchtelner Straße.

Dagmar Reichel wagt einen Blick unter das noch verhüllte Schaukastenmuseum an der Süchtelner Straße.

Foto: Dagmar Reichel

Noch ist das „Kleinste temporäre, druckgrafische Museum“ in dem Schaukasten an der Süchtelner Straße 163, verhüllt. Aber am Sonntag, 14. April, Punkt 12 Uhr, offenbart es sein Geheimnis: Dann werden dort zwei Einblätter des Viersener Herausgebers Horst Jansen zu sehen sein.

„Die Einblätter haben mir schon immer gut gefallen“, sagt die Künstlerin Dagmar Reichel, Initiatorin des Schaukastenmuseums. „Man spürt die Leidenschaft, die dahinter steckt. Die Blätter besitzen eine große Kraft.“

Ein Zufall führte die Künstlerin mit Waltraud Reimelt zusammen, die Idee einer Ausstellung der Einblätter entwickelte sich. Waltraud Reimelt betreut die Sammlung aus knapp 70 Einblättern, die Horst Jansen 1995 aufzubauen begann. Der frühere Sozialarbeiter, der viele Jahre in der Drogenberatungsstelle des Caritasverbandes Krefeld arbeitete, fand in der Herausgabe der Kunstblätter eine neue Leidenschaft. Parallel dazu betätigte er sich als Antiquar.

Das „Kleinste temporäre, druckgrafische Museum“ in dem einen Quadratmeter großen Schaukasten ist ein Projekt, das von der Kulturförderung der Stadt Viersen unterstützt wird. Geplant ist eine Reihe von sechs monatlich wechselnden Ausstellungen. Das „Kleinste temporäre, druckgrafische Museum“ ist täglich rund um die Uhr zu betrachten. Die neue Ausstellung ist die zweite in der Reihe. Gestartet hat Dagmar Reichel mit Arbeiten von Manfred Küsters.

„Für ein Lebenswerk ist das Schaufenster zu klein, also ist das etwas Größeres geworden“, erklärt Dagmar Reichel. Sie hat den Ausstellungsraum in ihrem Atelierhaus hinter dem Schaukasten den Einblättern und Buchprojekten des umtriebigen Vierseners gewidmet. „Da gibt es viel zu gucken“, verspricht sie. Die Einblätter haben die Anmutung einer aufgeklappten Buchseite: Auf der einen Seite findet sich die Grafik eines bekannten Künstlers oder einer Künstlerin wie Norbert Prangenberg, Katharina Sieverding, Erwin Heerich, auf der anderes Seite ein von dem Künstler oder der Künstlerin ausgewählter kleiner Text.

Die grafischen Techniken, die den Einblättern zugrunde liegen, sind vielfältig: Holzschnitte, Federzeichnungen, Holzdrucke, eine Computergrafik, Sieb- und Offsetdrucke, eine Lithografie. Jedes Blatt wurde in einer Auflage von 250 Exemplaren gedruckt, nummeriert und signiert.

Der vielen Viersenern gut bekannte Horst Jansen wird – soweit es sein Gesundheitszustand zulässt – während der Ausstellungseröffnung ebenfalls anwesend sein.

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