Viersen-Dülken: Beatles-Gallery "The Green Walrus" eröffnet

"The Green Walrus" in Viersen : In Dülken entsteht ein Beatles-Fantreff

Das Ehepaar Meis plant Treffen im „The Green Walrus“. Schaufenster zeigen Sammlerstücke.

Die neue Toilette ist schon eingebaut. Vorne auf dem weißen Spülkasten ist in schwarz der Schriftzug „John, Paul, George & Ringo“ zu sehen, der auf dem geschlossenen Klo-Deckel fortgeführt wird: „...hätten sich auch hingesetzt!“ Darunter prangt ein Bandporträt der legendären Musiker. Noch ist die dekorierte Toilette eines der wenigen Stücke im Ladenlokal an der Lange Straße 25, das auf den künftigen Nutzen hindeutet: Im Erdgeschoss soll am 5. Oktober ein Treffpunkt für Beatles-Fans eröffnen. Die Betreiber Gabi Koepp und Jürgen Meis renovieren seit Mitte Juli, in wenigen Tagen wollen sie anfangen, ihr „The Green Walrus“ einzurichten. „Wir sind zwei Privatiers, die ihr Hobby öffentlich machen möchten“, sagt Meis.

Koepp und Meis sind Mitglieder des Beatles-Netzwerks Niederrhein, das etwa alle sechs Wochen einen Beatles-Stammtisch in der Villa Marx in Viersen ausrichtet. „Die Beatles sind einfach Kult“, sagt Meis. Auch Koepp schwärmt: „Die sind faszinierend, ihre Musik ist zeitlos.“

In der Villa Marx ist kein Platz
für die Beatles-Devotionalien

In der Villa treffen sich 20 bis 30 Fans aus der Region, fachsimpeln über ihre Lieblingsband, schauen sich Filme über sie im hauseigenen Kino an. Dauerhaft Beatles-Sammlerstücke auszustellen, sei dort aber nicht möglich, erzählt Meis – genau das möchten der 61-Jährige und seine Lebensgefährtin deshalb künftig in ihrer „Beatles-Gallery“ in Dülken umsetzen. Wie viele Stücke zu ihrer Sammlung gehören, wissen sie gar nicht. Was die Viersener aber wissen: Der Platz zu Hause reicht nicht aus, um jedes Stück würdig zu präsentieren. „Und dafür, dass die nur im Keller schlummern, sind die Sachen zu schade“, sagt Meis.

Noch ist die „Gallery“ eine Baustelle. Im hinteren Teil fehlt der Fußboden; Leitern, Besen, Bretter und Eimer stehen herum; es riecht schwach nach altem Tapetenkleister und frisch getrockneter Farbe. Im größeren, vorderen Raum liegt immerhin schon helles Laminat, die Beleuchtung ist angebracht, die Wände sind gestrichen – natürlich in Grün. „Das ist unsere Lieblingsfarbe“, erklärt Koepp. Deshalb heißt die „Gallery“ auch „The Green Walrus“, also „Das grüne Walross“ – eine Kombination aus der Lieblingsfarbe und dem Beatles-Lied „I am the walrus“.

In Vitrinen möchte das Paar einen Teil seiner Beatles-Erinnerungsstücke ausstellen. Weil die beiden Fans so viele besitzen, soll die Auslage in den Glaskästen und die Deko an den Wänden alle paar Wochen wechseln. Sie haben zum Beispiel Schnittmuster für Anzüge erstanden, die einst die Beatles trugen, die legendäre Abbey Road als Lego-Bauwerk, einen Zebrastreifen zum Ausrollen und eine Zeitung von 1980, in der über John Lennons Ermordung berichtet wird. Eine 3,70 mal 2,50 Meter große Spanplatte soll in der Gallery auch eine wichtige Rolle spielen. Welche, das sei noch geheim, sagt Meis.

Schallplatten bilden die Sitzfläche für die selbstgebauten Hocker

Platz nehmen können die Gäste auf vier selbst gebauten Hockern, für die Beatles-Schallplatten zur Sitzfläche umgerüstet wurden. Aus Lautsprechern soll – natürlich – Musik der Band tönen, Koepp und Meis könnten sich auch vorstellen, kleine Konzerte zu organisieren. „Aber alles bei freiem Eintritt“, betont Meis.

Ein paar Hundert Stunden Arbeit steckten in dem Laden, erzählen die beiden. Einige Mitglieder des Beatles-Netzwerks hätten geholfen, außerdem Mitglieder der benachbarten Volksbühne. In knapp zwei Wochen wollen sie fertig sein, nebenbei müssen sie noch eine Internetseite aufbauen und sich überlegen, wie sie die Öffnungszeiten gestalten. Vermutlich werde es auf Wochenenden hinauslaufen, schätzt Koepp. Dann könnten Fans von außerhalb mal für einen Vormittag vorbei schauen. Dass Paul McCartney oder Ringo Starr dem „The Green Walrus“ einen Besuch abstatten, sei eher unrealistisch, räumt die 59-Jährige ein. „Aber wir haben sie zur Eröffnung einfach mal eingeladen“, sagt sie. Das Management ist also kontaktiert, und Koepp hofft auf ein kleines Zeichen: „Vielleicht schicken sie uns ja ein paar Zeilen.“

(naf)
Mehr von Westdeutsche Zeitung