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Viersen: Bei der KG Roahser Jonges wird auch nach Aschermittwoch getanzt

KG Roahser Jonges : Karnevalisten tanzen auch nach Aschermittwoch

Die Jugendabteilung der KG Roahser Jonges trainiert erstmals das ganze Jahr hindurch.

Die roten Stiefel lassen den Boden in der Turnhalle der Diergardtschule beben. Beine fliegen in die Luft, Sprünge enden im Spagat, Drehungen aus der Hocke erfolgen voller Dynamik. Neben der Musik, die aus dem Tablet erschallt, ist die Stimme von Saskia Lennartz zu hören. Die Trainerin hat die zwölf Mädchen der Tanzgarde der KG Roahser Jonges fest im Blick, verfolgt jede Bewegung und ruft Korrekturen in die Gruppe. Auch wenn es anstrengend ist, so ist den jungen Tänzerinnen im Alter von zehn bis 14 Jahren anzusehen, dass sie mit viel Engagement bei der Sache sind und ihnen das Training Spaß macht.

Für alle ist es ein Premierenjahr. Erstmals trainiert die Jugendabteilung der KG Roahser Jonges ganzjährig. Ob Tanzgarde oder Tanzmariechen, für sie alle steht einmal in der Woche Training auf dem Plan. „Sonst war es so, dass das Training nach Aschermittwoch eingestellt wurde und es erst wieder nach den Sommerferien losging“, sagt Torsten Lennartz, der sich federführend um die Jugendabteilung der KG kümmert. Vor dem Hintergrund, dass sich die Gruppe der tanzenden Kinder und Jugendlichen stark vergrößert hat und alle gerne gemeinschaftlich unterwegs sind, kam bei einem Nachtreffen nach Aschermittwoch zunächst die Idee auf, das Training vor den Sommerferien starten zu lassen, um die doch lange Pause zu verkürzen.

Trainiert wird in der Sporthalle der ehemaligen Diegardtschule

Der Versuchsballon im vergangenen Jahr war ein Erfolg. Alle waren begeistert. Der Vorschlag, ganzjährig zu trainieren, ließ nicht lange auf sich warten und wurde in diesem Jahr erstmalig umgesetzt, wobei die Stadt Viersen die Sporthalle der ehemaligen Diergardtschule für Trainingszeiten zur Verfügung stellte. Direkt nach Aschermittwoch fand das erste Training der Jugendabteilung wieder statt, mit einer Besonderheit: „Wir haben die ersten zwei Monate mit allen gemeinsam trainiert, das heißt von den Minis bis zu den Großen, von Neuzugängen bis zu erfahrenen Tänzern. Das Grundtraining mit seinen Grundschritten ist schließlich für alle gleich und es muss immer wieder wiederholt werden“, sagt Lennartz. Eine Zeit, die allen viel Spaß gemacht hat und das Gemeinschaftsgefühl sehr stärkte.

Bei den jungen Tänzerinnen kommt das Training ohne mehrmonatige Pause gut an. „Es ist viel besser, wenn man sich kontinuierlich im Training befindet. Früher hatte man das Gefühl nach drei Monaten Pause irgendwie wieder ganz von vorne anzufangen“, bemerkt die 14-jährige Lara. Die gleichaltrige Celina kann ihr nur zustimmen. „Wenn man das ganze Jahr über trainiert, ist es viel effektiver. Man lernt schneller. Außerdem kann man sich nun das ganze Jahr über die Gemeinschaft freuen“, schließt sie sich an.

Inzwischen fahren die Mädchen einen letzten Durchgang der Choreografie, die sie zu Karneval tanzen werden. In der Turnhalle ist es voller geworden: Die Tanzmariechen sind eingelaufen. Eltern machen es sich auf den Bänken bequem, während die sechs bis neun Jahre alten Mariechen in die roten Schuhe schlüpfen. Für Lea ein besonderer Moment, denn Torsten Lennartz hat ihr gerade ein Paar neue Stiefel überreicht. „Aus den alten bin ich herausgewachsen. Das ist jetzt Größe 34“, berichtet die Achtjährige stolz. Schnürsenkel einfädeln, anziehen und los geht es.

Neben den Tanzmariechen und der Tanzgarde bietet die KG eine Showtanzgruppe, die Prinzengarde für Jungen und die Minis U6 an, bei denen Mädchen und Jungen gemeinsam trainieren. Die Mitgliedschaft in der Karnevalsgesellschaft ist für Kinder und Jugendliche gratis. Der Förderverein trägt die Beiträge sowie auch alle Kosten für die Tanzstiefel und die Kostüme.