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Venekotesiedlung in Niederkrüchten: Anwohnerbeshwerden über Wildparken und Partys

Besucherscharen am Niederkrüchtener Venekotensee : Immer wieder Ärger am Venekotensee

Wenn es heiß wird, kommen viele Menschen zum Venekotensee. Sie lassen Müll zurück, parken rücksichtslos oder feiern bis in die Nacht, kritisieren Anwohner.

Wird es heiß wie am Samstag, dann kommen Menschenmassen zum Venekotensee, sagt Anwohner Hartmut Wolters. Das bringt Probleme: „Die Besucher parken rücksichtslos die Zufahrten zu den Häusern zu oder lassen ihre Autos einfach am Seitenstreifen im Halteverbot stehen.“ Am vergangenen Wochenende sei es besonders schlimm gewesen, deshalb habe er das Ordnungsamt informiert. Er wünscht sich ein strikteres Einschreiten. Das wilde Parken sei gefährlich: „Ich möchte mir nicht vorstellen, wenn hier einmal ein Feuer ausbricht. Es gibt nur eine Zufahrtsstraße. Wie sollen wir alle von hier wegkommen“, fragt Wolters. Er wisse von älteren Nachbarn, die aus Angst vor Bränden immer einen Notfallkoffer parat hätten, um bei einem Brand rasch ihr Zuhause verlassen zu können.

Zum Ärger über rücksichtslose Parker kommt der Zorn über zurückgelassenen Müll und überquellende Abfallbehälter. „An warmen Sommer-Wochenenden kommen viele zum Feiern hierher. Leider nehmen sie ihren Müll nicht wieder mit“, sagt eine weitere Anwohnerin. Sie habe schon oft kaputte Glasflaschen aus dem See geholt. Das sei gefährlich für Menschen und Tiere. Wenn bei Discountern Luftmatratzen oder Paddelboote im Angebot seien, landeten deren Kartons ebenso rund um den See wie deren Inhalte, sobald sie kaputt seien.

Sie könne verstehen, wenn Jugendliche oder Familien zum Venekotensee führen. „Besonders, da das Freibad geschlossen ist.“ Doch sie ärgert sich über Rücksichts- und Gedankenlosigkeit: „Manche haben tragbare Boxen mit, hören bis weit nach Mitternacht laut Musik.“ Auch diese Anwohnerin fürchtet einen Brand: „Manche bringen einen Grill mit oder rauchen Shisha, hantieren mit glühenden Kohlen. Wenn der Boden so trocken ist wie zurzeit, kann rasch ein Feuer ausbrechen.“

Frank Grusen von der Gemeindeverwaltung Niederkrüchten sagt dazu: „Wir führen am Venekotensee regelmäßig Verkehrskontrollen durch.“ Bei Bedarf würden Autos auch abgeschleppt. „Diese Maßnahmen intensivieren wir derzeit aufgrund des sommerlichen Wetters und des damit einhergehend zunehmenden Aufkommens rund um den Venekotensee.“

Auch die Folgen von Partys am See seien der Gemeindeverwaltung bekannt: „Auch hier führen wir – teilweise gemeinsam mit dem Kreis Viersen – Kontrollen durch“, so Grusen. Doch damit nicht genug: „Auch private Sicherheitsdienste werden nun eingesetzt, um das Problem vor Ort zu lösen.“ Die Mülleimer würden täglich, auch am Wochenende, geleert. Wegen der Hitze werde die Verwaltung ihre Bemühungen bei allen Problemfeldern – Parken, Müll, illegales Baden – verstärken. „Der Bürgermeister weist auf Schildern auf das Badeverbot hin“, so Grusen. Mehr könne die Gemeinde an dem See, den der Angelverein ASV gepachtet habe, nicht tun.

„Der Venekotensee ist ein Paradies“, sagt Susanne Wolters. Deshalb seien sie und ihr Mann vor dreieinhalb Jahren zurückgekommen, hätten dort ein Haus gekauft. An heißen Wochenenden würden sie es daheim nicht aushalten: „Wir fahren dann weg.“ Das Paradies ist zu voll.