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Tierschutzhof in Niederkrüchten kämpft um seine Zukunft

Viel Arbeit, wenig Geld : Dem Tierschutzhof gehen Gelder und Kräfte aus

Der Tierschutzverein Viersen betreibt  in Niederkrüchten einen Tierschutzhof. Monika Schwarick (66) sorgt sich um dessen Fortbestand. Es werden zu viele Tiere bei ihr abgegeben. Das bereitet große Probleme.

21 Pferde, 22 Hängebauchschweine, 15 Schafe und Ziegen, 31 Kaninchen, elf Katzen, drei Ratten, 19 Mäuse, 20 Hähne, 18 Hühner, zwei Nilgänse, zwei Hausgänse, sieben Warzenenten, vier Orpington-Enten, fünf weitere Enten – darum kümmert sich Monika Schwarick (66) auf ihrem Tierschutzhof an der Aachener Straße in Niederkrüchten täglich. „Das Problem, das uns langsam das Genick bricht, sind die zwei Jahre Corona. In der Zeit konnten wir keine Veranstaltungen machen, durch die sonst Geld reingekommen ist“, sagt sie.

Zwei Ehrenamtler unterstützen, so gut sie können. Die 31-jährige Melina Ryczek arbeitet seit anderthalb Jahren als geringfügig Beschäftigte mit auf dem Hof und spielt mit dem Gedanken, den Hof eventuell zu übernehmen, wenn Monika Schwarick nicht mehr weitermachen kann.

Körperlich und auch finanziell ist das kleine Team so ziemlich am Ende. „Es ist hier schwere körperliche Arbeit, das muss einem schon bewusst sein, wenn man helfen möchte“, betont die 66-Jährige. Viele seien schon gekommen und wieder gegangen, als es anstrengend wurde. Gesucht wird zum Beispiel eine Frau, die sich um das Katzenzimmer kümmert. „Das können Frauen besser“, glaubt Monika Schwarick.

„Hähne werden einfach im Wald ausgesetzt. Sie glauben gar nicht, wie viele Fundhähne wir haben“, sagt die Tierfreundin. Für Futter, Heu, Stroh, Späne für all die Tiere braucht der Verein monatlich rund 5000 Euro, ohne Tierarztkosten. Privat hält die Tierschützerin sechs Hunde, um die sich zwei Gassigänger mitkümmern. Auch ihr Mann hilft bei der Versorgung der zahlreichen Tiere, er ist Rentner, ebenso Monika Schwarick. „Ich habe schon begonnen, zum Trödelmarkt zu gehen und alte Dinge zu verkaufen, damit etwas Geld reinkommt“, sagt sie.

Dringend werden Helfer benötigt, die mit aufbauen, Dinge sortieren, mit anpacken, wenn wieder ein Tag der offenen Tür stattfinden kann. „Wir haben angedacht, im August nach den Sommerferien einen Tag der offenen Tür zu veranstalten“, erzählt Monika Schwarick hoffnungsvoll.

Aber nicht nur dabei werden Helfer benötigt. Überall am Tierschutzhof gibt es reichlich Arbeit. Ein neuer Teich wurde schon angelegt, weil der alte zu klein für all die Tiere war. Gras und Unkraut wachsen auf dem Hallendach, beides müsste dringend entfernt werden. Auch die Scheune muss aufgeräumt werden. „Wir bauen regelmäßig neue Gehege, die Kapazitätsgrenze ist erreicht. Aber was machen Sie, wenn jemand mit einer Ente vor der Tür steht, die durch den Brüggener Wald lief? Mit ihren gestutzten Flügeln wurde sie wahrscheinlich dort ausgesetzt“, sagt Schwarick. Einmal hatte sie ein Tier abgelehnt und fand es tags darauf tot auf ihrer Weide. So etwas wolle sie nie wieder erleben.