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Suche nach Standort für Impfzentrum im Kreis Viersen läuft

Corona im Kreis Viersen : Standort für Impfzentrum gesucht

Noch ist unklar, wo im Kreis Viersen ein Corona-Impfzentrum errichtet wird. Der Kreis will jetzt bei der Standortfrage auf die Städte und Gemeinden zugehen.

In spätestens vier Wochen will NRW-Gesundheitsminister Josef Laumann (CDU) die geplanten 53 Impfzentren in Nordrhein-Westfalen einsatzbereit haben. Dort sollen sich die Einwohner freiwillig gegen das Coronavirus impfen lassen können, sobald dieser zugelassen ist.

Eines dieser 53 Zentren soll im Kreis Viersen stehen. Doch noch ist völlig unklar, wo es seinen Standort haben wird. Während in Düsseldorf das Messegelände für Impfungen genutzt werden soll, in Krefeld bereits der Sprödentalplatz als Standort benannt ist und der Kreis Steinfurt derzeit den Aufbau eines Impfzentrums im Terminal A des Flughafens Münster/Osnabrück vorbereitet, befindet sich der Kreis Viersen noch auf Standortsuche. Krisenstabsleiter Thomas Heil erklärt: „Für die konkreten Standort-Fragen ist es wichtig, dass die – noch zahlreichen – Unbekannten weitgehend geklärt sind.“ So stehe die Priorisierung der zu impfenden Personen noch nicht fest – bis Ende des Jahres wolle sich die Ständige Impfkommission festlegen. Auch stehe die genaue Zahl der zu impfenden Personen nicht fest. Ungeklärt sei auch, wie die zu impfenden Personen angesprochen werden können. „Schwierig kann es beispielsweise sein, pflegebedürftige Personen im familiären Umfeld zu erreichen“, so ein Kreis-Sprecher.

Gute Erreichbarkeit des
Zentrums ist das A und O

Krisenstabsleiter Heil hofft auf weitere Vorgaben des Landes NRW in den kommenden Tagen. In einer Videokonferenz habe Gesundheitsminister Laumann dies am Montag zugesagt, und auch, dass das Land NRW seine Unterstützung weiter konkretisieren werde. Heil: „Für einen Flächenkreis ist eine gute Erreichbarkeit des Impfzentrums wichtig. Um einen geeigneten Standort zu finden, nehmen wir Kontakt zu den Städten und Gemeinden auf.“

Seit Wochen laufe bereits die Vorbereitung eines Konzepts für potenzielle Impfzentren. Dabei setzt der Kreis Viersen auf zwei Ansätze, die gleichzeitig verfolgt werden. Zum einen soll es mindestens eine stationäre Lösung geben. Gedacht ist aber auch an mobile Teams. Heil: „Wir sind zuversichtlich, zeitnah einen geeigneten Standort für ein Impfzentrum zu finden – unterstützt durch mobile Teams, die für sogenannte aufsuchende Impfungen beispielsweise Pflegeeinrichtungen betreuen.“

Ähnlich verfuhr der Kreis bereits in der Vergangenheit bei den Corona-Testungen: Dort gibt es ein zentrales Untersuchungszentrum in Kempen. Unterstützt wird es durch eine Art mobile Eingreiftruppe, wenn beispielsweise ein Corona-Fall in einem Pflegeheim auftritt.

Der Kreis Viersen befinde sich nicht nur mit dem Land im Austausch zum Aufbau des Impfzentrums, sondern auch mit den anderen Beteiligten wie zum Beispiel Hilfsorganisationen, Feuerwehren, Apotheken und der Kassenärztlichen Vereinigung, erklärte der Kreis-Sprecher. Zu klären sei zum Beispiel, wie viele Personen für den Einsatz im Impfzentrum zur Verfügung stehen – neben Ärzten sollen auch Hilfsorganisationen und Unterstützungskräfte eingebunden werden. Erste Ergebnisse einer kürzlich gestarteten Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein zeigten, dass sehr viele Praxen im Rheinland bereit seien, ärztlich und mit Fachpersonal mitzuwirken, erklärte deren Vorstandsvorsitzender Frank Bergmann. „Dazu müssen natürlich die Rahmenbedingungen stimmen“, so Bergmann.

Gerade am Personal mangelt es noch; die Landesregierung ruft deshalb freiwillige Fachkräfte auf, sich als Helfer zur Verfügung zu stellen. Doch auch zwei weitere relevante Punkte seien derzeit noch ungeklärt, betonte der Kreissprecher. „Das Eine ist die Logistik des komplexen Impfstoffes, der bei minus 70 Grad gekühlt sein muss.“ Hier liege die Verantwortung beim Land NRW. Und das Andere: „Unklar ist auch noch die Anzahl der zur Verfügung stehenden Impfdosen.“ Grundsätzlich verteile der Bund die eingekauften Bestände auf die Länder, und das Land NRW dann weiter auf
die Kommunen.