Sturm Sabine im Kreis Viersen: Diese Schäden richtet das Unwetter an

Diese Schäden richtete „Sabine“ an : Feuerwehr zählt 80 Einsätze wegen „Sabine“

Die Feuerwehr hatte sich im Kreis Viersen gut auf den Sturm vorbereitet. Zu tun hatte sie vor allem mit umgestürzten Bäumen.

Eine Autofahrerin ist in Niederkrüchten nur knapp einem Unfall durch Sturm „Sabine“ entgangen: Sie war am Sonntag um 19.20 Uhr auf der Straße An der Beek unterwegs, als ein Ast auf ihren Kleinwagen zu stürzen drohte. Die Frau konnte ausweichen und kam mit einem Schrecken davon. In der Gemeinde gab es elf Einsätze: Dabei musste die Feuerwehr umgestürzte Bäume, Schäden am Dach und einen herabfallenden Schornstein beseitigen. Der Löschzug Elmpt wurde schwerpunktmäßig zu den Straßen An der Beek und Roermonder Straße gerufen. Der Löschzug Oberkrüchten räumte am frühen Montagmorgen einen Baum weg, der die Durchfahrt am Lamertzweg versperrte. Außerdem rückte der Löschzug Niederkrüchten am Montagmorgen zweimal in Richtung Varbrook/Silverbeek aus. Laut einer Sprecherin sei die Nacht ab 21 Uhr ruhig gewesen, am Montag gab es ab 5.18 Uhr erste Alarmierungen.

Im Kreis Viersen gab es bis Montag, 14 Uhr, insgesamt 80 Einsätze aller Feuerwehren. Mehr als 500 Einsatzkräfte der Feuerwehren sowie 60 Kräfte von Hilfsorganisationen und dem Technischen Hilfswerk standen in den Zentralen im Kreisgebiet bereit, um sofort handeln zu können. „Wir hatten sie prophylaktisch in die Zentralen einberufen, damit sie direkt vor Ort sind und nicht erst mit dem eigenen Fahrzeug raus ins Unwetter müssen. Wir waren damit sehr gut aufgestellt und mussten nicht alle in Anspruch nehmen“, so Kreisbrandmeister Rainer Höckels.

Zu 19 sturmbedingten Einsätzen musste die Feuerwehr Viersen ausrücken. „Bisher sind keine Verletzten durch den Sturm bekannt“, erklärte Viersens Stadtsprecher Frank Schliffke. Im Süden Alt-Viersens mussten in der Nacht zu Montag fünf Menschen ihre Wohnungen in der oberen Etagen eines Mehrfamilienhauses verlassen, weil der Wind die Fassade und eine Decke im Haus beschädigt hatte. Die Bewohner fanden privat eine Übernachtungsmöglichkeit. Bereits am frühen Sonntagnachmittag war in Süchteln ein Baum auf einen Carport gestürzt. Dort wurden fünf Autos beschädigt. In Dülken fiel ein Baum auf die Oberleitung der Bahn. Die Feuerwehr sicherte die Unglücksstelle bis zum Eintreffen der Fachleute der Deutschen Bahn.

Insgesamt seien im Stadtbereich wenige Bäume umgefallen, berichtet Schliffke. „Außerdem wurden einige Bäume vom Sturm so stark bewegt, dass sie möglicherweise die Verbindung zu wichtigen Wurzeln verloren haben.“ Das werde in den kommenden Tagen kontrolliert. „Im Wald sind vor allem etliche Fichten umgefallen“, sagt der Stadtsprecher. Flächige Ausfälle wie bei früheren Stürmen habe es aber nicht gegeben. Am Wildgehege wurde der äußere Zaun durch umgestürzte Bäume beschädigt: „Diese Schäden wurden sofort beseitigt. Alle Tiere sind weiterhin in den Gehegen.“

In Brüggen musste die freiwillige Feuerwehr insgesamt acht Mal ausrücken: vier Mal in Brüggen und vier Mal in Bracht, das erste Mal gegen 12 Uhr. „An der Swalmener Straße, an der Amerner Straße und an der Solferinostraße stürzte je Baum auf die Fahrbahn, an der Gartenstraße mussten die Wehrleute zwei umgestürzte Bäume abtransportieren“, schildert Wehrleiter Marcel von Montfort. An der Schillerstraße kümmerte sich die Feuerwehr um herabgestürzte Dachziegel. Vorsorglich waren die Feuerwehrgerätehäuser in Brüggen und Bracht am Sonntag ab 18 Uhr besetzt gewesen. Um 23 Uhr wurden die Kräfte dort abgezogen. „Wir sind froh, dass es so glimpflich abgelaufen ist“, sagt von Montfort.

In Schwalmtal war die Freiwillige Feuerwehr fünfmal im Einsatz, schildert Wehrleiter Dirk Neikes. „In einem Garten war ein Kindertrampolin weggeflogen, Baustellenabsperrungen mussten aufgerichtet werden“, sagt Neikes. An der Ungerather Straße war ein Baum umgestürzt, am Dorfweiher in Amern waren mehrere große Äste auf die Straße gefallen. Die Wehr sperrte den Bereich ab, Mitarbeiter des Bauhofes entfernten die Äste am Montag. „Wir hatten am Samstag eine Lagebesprechung mit Bauhof und Ordnungsamt, waren auf größere Schäden vorbereitet“, so Neikes. Über den Tag verteilt seien 30 Kräfte der Wehr im Einsatz gewesen; kurz nach 1 Uhr wurde die zusätzliche Leitwache aufgelöst, nachdem „Sabine“ gegen Mitternacht eine Spitze erreicht hatte.

In Nettetal verlief die Nacht mit „Sabine“ laut Stadtsprecher Jan van der Velden mit 14 Einsätzen „verhältnismäßig ruhig. Verletzt wurde niemand, Gebäude wurden nicht beschädigt.“ Die Wehr musste sich meist um umgestürzte Bäume kümmern; Mitarbeiter des Bauhofs waren am Montags unterwegs, um etwa Äste zu entfernen.