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Statd Viersen prüft Einsatz von CO2-Ampeln in Schulen

Infektionsschutz in Schulen : Wann kommen die CO2-Ampeln?

Nach Antrag der SPD prüft die Stadtverwaltung, wie Schulen und Kitas mit den Geräten ausgestattet werden können. Allerdings werden wohl nicht alle Klassenzimmer und Kita-Räume bedacht.

Ab Herbst könnten städtische Schulen in Viersen mit CO2-Ampeln ausgestattet sein. Die Stadtverwaltung prüft nun unter anderem, welche Geräte sich eignen und wie viele gebraucht werden. Auch mit Schulleitern soll Rücksprache gehalten werden. In Kitas könnten ebenfalls ab Herbst CO2-Messgeräte stehen. Würden in allen 698 Klassenräumen,  Kita-Betreuungsräumen und Umkleiden von Sporthallen solche Ampeln installiert, fielen nach ersten Berechnungen der Verwaltung für die Ausstattung 174 500 Euro an. Sie schlägt allerdings eine kostengünstigere Alternative vor: ein rollierendes Nutzungssystem.

Ampeln als Erinnerungshilfe,
die Klasse zu lüften

Mit den CO2-Ampeln soll die Luftqualität in den Räumen überwacht werden. Sie messen die Konzentration von Kohlendioxid. Je nach Ampelsignal, wissen Lehrer und Schüler, dass es an der Zeit ist, zu lüften. So soll mit Blick auf die Corona-Pandemie das Infektionsrisiko gesenkt werden. Darüber hinaus soll regelmäßiges Lüften dazu beitragen, dass sich Schüler und Lehrer besser konzentrieren können.

Unter anderem in Korschenbroich und Kempen werden solche Ampeln eingesetzt. In der Nachbarstadt Nettetal hat der Haupt- und Finanzausschuss Mitte März nach einer Bedarfsabfrage der Nettetaler Stadtverwaltung beschlossen, dass 207 von 267 Klassenräumen mit CO2-Ampeln zum Preis von je rund 90 Euro bestückt werden sollen. Grüne, SPD und FDP hatten beantragt, solche Geräte zu kaufen. In Viersen folgte der Stadtrat nun bei einer Gegenstimme (AfD) dem Antrag der SPD-Fraktion, eine möglichst zeitnahe  Anschaffung zu prüfen.

Bereits in der Videokonferenz des Schulausschusses kurz zuvor hatte die Verwaltung dargelegt, welchen Nutzen der Einsatz von CO2-Messgeräten hat – aber auch, dass es im Regelfall nicht erforderlich sei, sie dauerhaft in den Räumen einzusetzen. Die Verwaltung argumentiert, dass sich nach anfangs regelmäßiger Nutzung der Ampeln bei Schülern und Lehrern ein Lerneffekt einstelle: In kurzen Zeitabständen zu lüften, wird also zur Routine. „Es wird deshalb als nicht erforderlich gesehen, in sämtlichen Räumen dauerhaft eine CO2-Ampel zu installieren.“

Mit einer rollierenden Nutzung von CO2-Ampeln zwischen den Klassen könnten der Lerneffekt erzielt und gleichzeitig Kosten gespart werden, führte die Verwaltung aus. Der rollierende Geräteeinsatz sei jedoch bei einigen Räumen – etwa  Umkleideräumen und Räumen, die nur bei Bedarf belegt werden – weniger geeignet, „da hier die Nutzer beziehungsweise deren Anzahl ständig wechseln“. Die Verwaltung empfiehlt deshalb, für diese Räume eine bestimmte Anzahl CO2-Ampeln anzuschaffen und diese dort flexibel einzusetzen.

Die Sozialdemokraten wiesen in ihrem Antrag darauf hin, dass, falls nicht anders machbar, zumindest erst Mal Grundschulen ausgestattet werden sollten. Während sich der Antrag nur auf Messgeräte für Schulen bezog, riet die Verwaltung, mangels Impfschutzes neben den Grundschulen auch die Räume in den städtischen Kitas zu bedenken. Nach Berechnung der Verwaltung wären demnach insgesamt, inklusive Umkleideräumen in Turnhallen, 311 Räume mit Messgeräten zu bestücken. Sie geht dabei von Kosten in Höhe von 77 750 Euro aus – und eben davon, dass die Grundschüler irgendwann so routiniert lüften, dass die Ampeln überflüssig werden. Der Vorschlag der Verwaltung: „Deshalb sollte nach einer anfänglichen Vollausstattung die Anzahl der CO2-Ampeln reduziert werden. Die dort nicht mehr benötigten Geräte können später in weiterführenden Schulen eingesetzt werden.“ Die Ampeln für Kitas und Grundschulen könnten kurzfristig aus laufenden Mitteln des Zentralen Gebäudemanagements finanziert werden.

Eine Ampel kostet
190 bis 250 Euro

Die Viersener Stadtverwaltung geht auf Grundlage der „aktuellen technischen Vorgaben“ davon aus, dass eine CO2-Ampel zwischen 190 und 250 Euro kostet. Für den Einsatz in Schulen und Kitas geeignete Modelle sollen in Abstimmung mit dem städtischen Gebäudemanagement und der Schulverwaltung herausgesucht werden. Der Schulausschuss hatte angefragt, ob weniger Ampeln gekauft werden müssten, wenn sich die Stadt nicht an der Zahl der Räume sondern an der Zahl der Lehrkräfte orientiert. Auch das soll noch detailliert geprüft werden.

(naf)