St. Remigius Viersen Kantor lässt die Säge singen

Viersen · Die „Geistliche Abendmusik“ in St. Remigius zieht auch immer mehr Nicht-Katholiken und Nicht-Viersener an. In diesem Jahr wird ein Fuchsschwanz zum Musikinstrument. Und der runde Geburtstag der Woehl-Orgel wird mit einer Festwoche gefeiert.

„Mit unserer Abendmusik bewegen wir uns in einem Grenzbereich zwischen Kultur und Spiritualität“, sagt Remigius-Kantor Michael Park.

„Mit unserer Abendmusik bewegen wir uns in einem Grenzbereich zwischen Kultur und Spiritualität“, sagt Remigius-Kantor Michael Park.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Es ist ein vielfältiges Konzertprogramm für 2024, das Michael Park, Kantor der Gemeinde St. Remigius, vorstellen kann. Die vier Konzerte sind nicht nur schmückendes musikalisches Beiwerk im Jahreslauf. „Unsere Reihe ‚Geistliche Abendmusik‘ hat an Relevanz zugenommen“, stellt Park fest. „Mit 80 bis 100 Gästen als Stammpublikum hat sich eine Gemeinschaft gebildet.“ Eine Gemeinschaft, die nicht nur aus Viersenern und nicht nur aus Katholiken besteht. „Mit unserer Abendmusik bewegen wir uns in einem Grenzbereich zwischen Kultur und Spiritualität“, sagt Park.

Die Konzerte werden, so hofft er, die Gäste emotional ansprechen und ihnen eine besondere Ebene der Auseinandersetzung mit alltäglichen oder spirituellen Fragen anbieten.

Die Reihe startet mit einer spartenübergreifenden Veranstaltung am Palmsonntag, 24. März. „Die sieben letzten Worte“ Jesu am Kreuz stehen dann im Mittelpunkt. So lautet auch die Komposition von Joseph Haydn, die das Vitus-Quartett aufführt. Dazu wird der gleichnamige Aquarellzyklus von Bernhard Guski projiziert. Diese Abendmusik fußt in ihrer Kombination von Musik und bildender Kunst auf einer Kooperation mit der Leiterin der Städtischen Galerie, Jutta Pitzen.

Am Sonntag, 30. Juni, folgt etwas, das Park als „ausgefallen“ bezeichnet. Unter dem Motto „Planxties & Airs“ kommen die Kantorin der evangelischen Kirchengemeinde Urdenbach und Claus von Weiß mit seiner großen Auswahl an irischen Flöten, den Whistles, in die Remigiuskirche, um eine Synthese aus traditioneller Musik der britischen Inseln und klassischem Orgelklang zu präsentieren.

Bei der Planung der Reihe ist Michael Park nicht allein. Der etwa 30 Mitglieder zählende Förderverein „Kirchenmusik an St. Remigius“ hilft bei den Vorüberlegungen, Planungen und der Organisation. Fördervereinsmitglied und früherer Kantor von St. Remigius, Thorsten Konigorski, brachte Gabriel Isenberg und Anna R. Isenberg aus Damme im Landkreis Vechta in die Programmplanung ein: Ihr Konzert am Sonntag, 1. September, trägt den Titel „Orgel & singende Säge“ – und ja, Anna R. Isenberg, streicht dann tatsächlich den Bogen über einen Fuchsschwanz, während sie auf der Orgel begleitet wird. Melodien von Schumann, Vierne und anderen werden zu hören sein.

In diesem Jahr werden in St. Remigius zwei Jubiläen gefeiert: der 175. Geburtstag des Kirchenchores Cäcilia an St. Remigius und 40 Jahre Woehl-Orgel.

Des ersten Jubiläums wird am Sonntag, 13. Oktober, gedacht: Der Kirchenchor führt in Kooperation mit dem Stiftschor der Basilika St. Lambertus Düsseldorf Felix Mendelssohn-Bartholdys Oratorium „Paulus“ auf. Es spielen Mitglieder der Niederrheinischen Sinfoniker. Die Gesamtleitung hat Michael Park.

Der runde Orgelgeburtstag wird mit gleich vier Veranstaltungen in einer Festwoche Ende November/Anfang Dezember gefeiert: unter anderem mit einem großen Konzert, das Jean-Baptiste Dupont am Sonntag, 1. Dezember, 17 Uhr, gibt. Und mit einer Aktion für Kinder, die am Samstag, 30. November, die Möglichkeit erhalten, eine kleine Orgel selbst zusammenzubauen. Die genauen Uhrzeiten für die Aktionen und Konzerte der Festwoche werden noch bekannt gegeben.

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