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Sportler des Monats Juli im Kreis Viersen: Bernd Hannusch vom SSV Willich

Sportler des Monats im Kreis Viersen : „Ich erfülle die Bedingungen für Gold“

Bernd Hannusch (SSV Willich) erfüllte zum 63. Mal die Bedingungen für das Sportabzeichen. Zum ersten Mal erwarb er das Sportabzeichen 1958. Hannusch rät allen, seinem Beispiel zu folgen.

Bernd Hannusch vom Stadtsportverband Willich erfüllte zum 63. Mal die Voraussetzungen für das goldene Sportabzeichen seiner Altersklasse. Der SSV-Beisitzer geht als Prüfer mit gutem Beispiel voran. Der 82-Jährige ist nämlich Abnehmer und Rekord-­Absolvent zugleich. „Ich erfülle dabei jedes Mal die Bedingungen für Gold“, sagt Bernd Hannusch. „An einem Tag habe ich meine von mir verlangten Leistungen alle erfüllt.“ Dafür ging er in das Willicher Freizeitbad de Bütt, um den Ausdauerteil mit 200 Meter Schwimmen in 5:50 Minuten zu erfüllen. Die Schnelligkeitsprüfung wies er mit 25 Meter Schwimmen in 27 Sekunden nach. „In beiden Fällen lag ich klar unter den Richtwerten von 6:10 Minuten und 36 Sekunden für die Goldbedingungen in meiner Altersklasse.“

Bei der Kraftübung warf er im Freizeit- und Sportzentrum Willich den Medizinball 9,55 Meter weit (er hätte nur 8,75 Meter schaffen müssen). Und beim Seil springen schaffte er mit 33 Sprüngen den Part Koordination bestens (nur zwölf Sprünge wurden von ihm verlangt). Mit Helmut Hallmann begleitet ihn ein Prüfer aus den eigenen Reihen, der ihm die Disziplinen abnimmt.

Der Erwerb des Sportabzeichens und die Abnahme der Bedingungen sowie das Training dafür ist das größte Hobby von Bernd Hannusch geworden. „1958 erwarb ich zum ersten Mal das Sportabzeichen beim Bundesgrenzschutz. Da war ich Handballspieler und spielte noch Feldhandball in der Landesliga“, berichetet Hannusch. „120 Personen vom Grenzschutz traten damals an, um das Sportabzeichen zu machen, und ich war einer von sieben, die es auf Anhieb geschafft haben. Das hat mir so gut gefallen, dass ich dann das Sportabzeichen jedes Jahr wiederholt habe. Das wurde meine Hauptsportart und die gefiel mir so gut, dass ich die Bedingungen fürs Sportabzeichen immer mit viel Herzblut und Begeisterung gemacht habe. Und ich legte die Abnehmerprüfung ab, damit ich selber viele Leute zum Sportabzeichen führen konnte.“

Er erinnerte sich an die Prüfung im Jahr 1964, da musste er unbedingt noch die 5000 Meter für sein eigenes Sportabzeichen laufen. „Ich fand schließlich einen Prüfer, der sie mir dann am zweiten Weihnachtstag bei Eisregen abgenommen hat.“

Auch in der Rolle des Prüfers blüht er auf: „Bei mir hat schon der Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer das Sportabzeichen gemacht.“ Bernd Hannusch freut es besonders, wenn jedes Jahr (und das schon seit zehn Jahren) die Gruppe „Freiläufer“ kommt, um für das Sportabzeichen zu trainieren und es dann auch abzulegen. „Es passt, wenn sie dann mit der ganzen Familie kommen und auch zum Teil das Familiensportabzeichen ablegen.“

Er freut sich auf die Einladungen des Landessportbundes, als er bei der 55. und 60. Wiederholung mit Ehefrau zur Feier in Essen im GOP mit Varieté und leckerem Essen eingeladen wurde. Bernd Hannusch ist stolz darauf, dass sich das Sportabzeichen in der Stadt Willich so positiv entwickelt hat. Die Zahl der Absolventen des Sportabzeichens ist von 50 im Jahre 1966 bis zum vergangenen Jahr auf mehr als 1000 Teilnehmer ­angewachsen.

Hannusch wirbt für das Sportabzeichen bei Schulen, Vereinen und Prominenten. So bekommt der erfolgreichste Verein mit den meisten Abzeichen abgestuft auf den Plätzen eins, zwei und drei 300, 200 oder 100 Euro. „Zu uns kommen auch Anwärter für den Polizei- und Bundeswehrdienst und auch Feuerwehrleute. Sie stellen dann dabei schnell fest, dass das Sportabzeichen nicht so ohne weiteres abzulegen ist, sondern dass dafür trainiert werden muss.“ Für ihn ist das Sportabzeichen eine tolle Sache: „Ich mache das aus gesundheitlichen Gründen und ich weiß, es bekommt mir jedes Mal gut.“ Er kann allen nur raten, das Sportabzeichen einmal zu versuchen: „Es ist nie zu spät, etwas für die Fitness zu tun.“