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So läuft bisher der Zensus im Kreis Viersen

Erhebung im Kreis Viersen : Zensus-Befragung: Angst vor Betrug verursacht Probleme

Seit Mitte Mai sind Erhebungsbeauftragte im Kreis Viersen unterwegs, um in ausgewählten Haushalten Angaben für den bundesweiten Zensus zu erfassen.

. (naf) Seit Mitte Mai läuft der bundesweite Zensus, zu dem eine Stichproben-Haushaltsbefragung gehört. Im Kreis Viersen sollen sich daran rund 30 000 Menschen in 6000 Haushalten beteiligen. „Bislang wurden rund 13 000 Fragebögen digital erfasst“, teilt Kreis-Sprecher Daniel Schnock auf Anfrage mit. Um die Befragungen für das Statistische Landesamt zu koordinieren, hatte der Kreis eigens eine Erhebungsstelle eingerichtet. 200 Erhebungsbeauftragte seien im Einsatz, „rund zwei Drittel der Hausbesuche sind bereits erfolgt“, berichtet Schnock. Bei den bisherigen Hausbesuchen lief dabei allerdings nicht immer alles problemlos. Ein Grund sei die Angst vor Betrügern an der Haustür, erläutert der Kreis-Sprecher.

Bundesweit werden für den Zensus 2022 im Auftrag der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder bis August in Stichproben rund 10,2 Millionen Menschen befragt. Davon leben rund 1,4 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus befragt das Statistische Landesamt NRW bei einer Gebäude- und Wohnungs­zählung etwa vier Millionen Eigentümer von Wohnraum schriftlich. Die Statistiker möchten zum Beispiel ermitteln, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten.

Ab Anfang Mai waren die Erhebungsbeauftragten im Kreis unterwegs, um Adressen abzugleichen und Ankündigungskarten für die Befragungs-Termine in Briefkästen zu werfen. Mitte Mai begannen sie mit den Befragungen. Dabei werden Angaben wie Name, Geschlecht und zum Teil auch Angaben zu Bildungsstand und Beruf abgefragt.

Es gab und gebe einige Probleme, weil die Erhebung in die Urlaubszeit und Sommerferien fällt, berichtet Schnock. Aber: „Da es sich bei den Terminen nur um Vorschläge handelt, konnten diese schnell durch einen Kontakt mit dem Erhebungsbeauftragten oder der Erhebungsstelle verschoben werden oder die Auskunftspflichtigen bei einem zweiten Kontaktversuch angetroffen werden.“ Circa zwei Prozent der Auskunftspflichtigen seien auch nach zweimaligem Versuch nicht zu Hause angetroffen worden. „Bisher haben circa ein Prozent der Auskunftspflichtigen die Befragung oder Annahme weiterer Unterlagen verweigert.“ Seit rund drei Wochen versende die Erhebungsstelle die ersten Erinnerungsschreiben: Sowohl an die Auskunftspflichtigen, die verweigert haben oder nicht angetroffen wurden, als auch an die Auskunftspflichtigen, die die Fragebögen zwar erhalten, aber noch nicht zurückgeschickt haben.

Schnock erklärt: „Es existierte teilweise Skepsis bei den Auskunftspflichtigen.“ Zu Verwirrung habe etwa geführt, dass parallel die Gebäude- und Wohnungszählung des Statistischen Landesamtes durchgeführt und postalisch an die Auskunftspflichtigen Haus- und Wohnungseigentümer oder Verwalter versendet worden sei. „Nach Aufklärung seitens der Erhebungsbeauftragten und der Erhebungsstelle, dass sowohl eine Vollerhebung in der Gebäude- und Wohnungszählung läuft als auch die zufällige/stichprobenartige Personenerhebung, konnte dieses Problem schnell gelöst werden.“ Hinzu komme die Angst vor Betrügern an der Haustür. Das habe bereits zu mehrfachen Rückfragen und Anrufen in der Erhebungsstelle geführt. „Die Erhebungsstelle steht für Rückfragen und eine Bestätigung der Rechtmäßigkeit jederzeit zur Verfügung“, betont Schnock. Die Erhebungsbeauftragten haben einen speziellen Dienstausweis mit Dienstsiegel, der in Kombination mit dem Personalausweis seine Gültigkeit erlangt.

In NRW sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes im Rahmen der Haushaltsstichprobe bislang mehr als 550 000 Fragebogen online ausgefüllt und gut 100 000 Papierfragebogen erfasst worden.

(naf)