Smurfit Kappa: Mitarbeiter zittern um Arbeitsplätze

Smurfit Kappa: Mitarbeiter zittern um Arbeitsplätze

Der Papierhersteller Smurfit Kappa und das Unternehmen Vigar Deutschland schließen ihre Standorte.

Viersen. Der Papierhersteller Smurfit Kappa will in den nächsten drei Jahren weltweit über 400 Millionen Euro pro Jahr in seine Standorte zu investieren. Nur das Werk in Viersen wird wohl leer ausgehen. Die Niederlassung an der Krefelder Straße soll zum 1. März geschlossen werden.

Es handele sich hierbei um eine rein strategische Entscheidung, sagt Stefan Beck, Geschäftsführer der Smurfit Kappa Viersen Papier. Der Papierhersteller plant, die Produktion auf Standorte mit Wachstumspotenzial zu konzentrieren, um die „Profitabilität in der Wertschöpfungskette zu garantieren“. Die Fabriken in den Städten Hoya, Townsend Hook und Roermond sollen dadurch optimal ausgelastet werden.

Jährlich werden in Viersen 70 000 Tonnen Wellpappenrohpapiere hergestellt, das als Basismaterial für die Wellpappenherstellung dient. Papiertechnologen, Mechaniker und Elektriker für Betriebstechnik, sowie Verwaltungskräfte sind für Smurfit Kappa in Viersen beschäftigt. Ihnen droht jetzt die Kündigung oder die vorzeitige Rente. Alle anstehenden Personalmaßnahmen sollen „sozialverträglich gestaltet werden“, im Rahmen von Restrukturierungen sollen allen betroffenen Mitarbeitern „nahtlos Arbeitsverhältnisse“ angeboten werden, sagt Beck. Erste Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern seien bereits angelaufen.

Ob und wie viele Fälle von Kündigungen die Werksschließung zur Folge haben wird, dazu konnte Beck noch keine Angaben machen. „Wir wollen möglichst viele Mitarbeiter innerhalb und außerhalb von Smurfit Kappa unterbringen“, sagte Beck, der seit 2009 auch Geschäftsführer am Standort im hessischen Wrexen ist. Ebenfalls von Schließungen betroffen sind Werke in Osnabrück und Hamburg. Das „europaweite Kostenreduzierungsprogramm“ sei hierfür die Ursache.

Am 17. November wurde der Hersteller von Kautschukmischungen mit Hauptsitz in Spanien und einer Niederlassung an der Greefsallee in Viersen an die Hexpol Compounding verkauft. 2013 lag der Umsatz von Vigar bei 57 Millionen Euro. 19 Millionen Euro hat Hexpol investiert, um Vigar zu übernehmen.

„Die Planungen stecken noch in den Kinderschuhen“, sagt Lars Greiner. Er war für Vigar in Viersen als Prokurist angestellt und soll diese Position wohl behalten. „Bislang ist die komplette Organisationsstruktur beigehalten worden“, sagt Greiner. Die Produktion laufe wie gehabt und auch Kündigungen habe es noch keine gegeben. Sicher ist nur: Der Standort in Viersen wird 2015 aufgegeben und auf andere Werke aufgeteilt. Die Unsicherheit unter den Mitarbeitern dürfte groß sein, denn der einzige Standort innerhalb Deutschlands liegt in Hückelhoven, die übrigen Niederlassungen sind in Belgien, England, Schweden, China oder den USA. Doch Greiner beschwichtigt: „Es ist noch nichts verhandelt. Demnächst finden erste Gespräche mit dem Betriebsrat statt.“ Und: Man wolle sich um sozialverträgliche Maßnahmen für alle Betroffenen bemühen.

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