Schweinegrippe: Anstehen für die Spritze

Schweinegrippe: Anstehen für die Spritze

Start der Impf-Aktion: Im Kreis-Gesundheitsamthatten Arzt und Helferinnen am Montagvormittag gut zu tun.

Kreis Viersen. Peter Jakobs (57) ist ein Kerl wie ein Baum. "Oh weh, wo bleibt meine Leiter", ruft Hartmut Köbele mit gespieltem Entsetzen: Der Arzt beim Kreis-Gesundheitsamt in Viersen soll Jakobs den Impfstoff gegen die Schweinegrippe in den Oberarm spritzen. Stoisch nimmt der große Mann den kleinen Piks hin.

"Ich habe mich nicht verrückt machen lassen", sagt der Mitarbeiter der Städtischen Betriebe Viersen über die deutschlandweite Diskussion rund um das Thema Influenza-Schutz.

Auch im Kreis Viersen hat gestern die große Impf-Aktion begonnen. Am Vormittag kann zwar von meterlangen Schlangen im Gesundheitsamt keine Rede sein, doch Anstehen müssen Impfwillige durchaus.

Im Flur nehmen zwei Mitarbeiterinnen die Personalien auf, dann heißt es warten, bis sich die Tür mit der Aufschrift "Hier Grippe-Schutzimpfung" öffnet. Alle paar Minuten steckt Krankenschwester Maritta Bernhard den Kopf raus und ruft: "Der Nächste, bitte!"

In einem Laborraum sorgen Mediziner Köbele und seine Helferinnen für den reibungslosen Ablauf: Silke Schouren mischt den Impfstoff aus zwei Komponenten und zieht die Spritzen auf; Maritta Bernhard hilft beim Ausziehen der Pullover und Blusen und entsorgt die gebrauchten Kanülen und Nadeln; Hartmut Köbele schließlich impft im Minutentakt - und ist für die lockeren Sprüche zuständig: "Ich will keine Ader, ich will Fleisch", klärt er Werner Brüggen über die richtige Einstichstelle auf.

Brüggen arbeitet bei der Kreisverwaltung und ist überrascht über den Andrang. "Ich hätte das nicht gedacht, denn viele, die ich kenne, sind eher skeptisch". Auch seine Frau gehöre dazu. Die Begründung des 50-Jährigen aus Mönchengladbach für die freiwillige Vorbeugung: "Ich habe täglich mit vielen Menschen Kontakt."

Das ist auch das Argument von Detlef Levels (47), der wie sein Kollege Peter Jakobs in Grell-Orange erschienen ist. "Wir arbeiten nämlich auch ehrenamtlich im Rettungsdienst", erklärt der Stadt-Mitarbeiter.