Schwalmtal: Sieben Eimer Blut gespendet

Schwalmtal: Sieben Eimer Blut gespendet

Ulrich Kietzer wird bald 68. Dann darf er nicht mehr den Aufrufen des Roten Kreuzes folgen – nach 50 Jahren ist Schluss.

Schwalmtal. Blutjung ist Ulrich Kietzer, als er sich das erste Mal für die gute Sache piksen lässt: "Ich habe mit 18 Jahren angefangen", erzählt der Rentner aus Schwalmtal. "Damals hieß es ,Blutspender sind Lebensretter’, und ich fühlte mich wie ein Held."

Als Drahtflechter arbeitet Kietzer in einer Firma in Waldniel, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) führt die Aktion in den Büroräumen durch. "Wir bekamen dafür zwei Stunden Ausfall bezahlt, deswegen haben sich auch immer so viele Leute gemeldet", sagt er und muss lächeln. Um die 200 Mitarbeiter sind regelmäßig bereit, etwas von ihrem Lebenssaft abzugeben - mehr Menschen, als heute an einem Termin für ganz Waldniel spenden. Auch Ulrich Kietzer macht weiter: Der strahlende Held wird zum stillen Helfer.

Fast 50 Jahre sind seit seiner ersten Blutspende vergangen. Dafür, dass er 125 Mal in seinem Leben zur Ader gelassen wurde, bekam er kürzlich eine Auszeichnung (die WZ berichtete). "Es war jedesmal ein halber Liter, das macht gut 60 Liter, also sechs bis sieben Wassereimer", rechnet der 67-Jährige vor. Wenn er wegen Krankheit oder Urlaub einen DRK-Termin am Ort verpasst, wird dieser vor- oder nachgeholt.

Schlecht oder auch nur ein wenig flau im Magen sei ihm in all den Jahren nie geworden. "Ich habe aber mitbekommen, wie Menschen, die anschließend geraucht haben, umgekippt sind." Ihm als Nichtraucher sei das nie passiert.

In drei Monaten wird Kietzer 68 Jahre alt. Dann ist Schluss, so lauten die Spende-Regeln. Seine Meinung dazu: "Mir würde es nichts ausmachen, wenn ich weiterspenden dürfte."

Mehr von Westdeutsche Zeitung