Schwalmtal: Bäckerei Kamps plant weiter Umzug nach Erkelenz

Standort in Schwalmtal : Kamps deutet erneut einen Umzug an

Bereits 2017 plante einer der größten Arbeitgeber in Schwalmtal abzuwandern.

Der Standort der Großbäckerei Kamps in Schwalmtal-Waldniel steht anscheinend weiter auf der Kippe. Möglicherweise zieht das Unternehmen – wie bereits vor zwei Jahren schon einmal im Gespräch war – nach Erkelenz.

Rückblende: Das Bäckereiunternehmen Kamps wollte einen hohen zweistelligen Millionenbetrag im Gewerbegebiet Gipco an der Bundesstraße 57 in Erkelenz, Kreis Heinsberg, investieren, hieß es im März 2017. Die GmbH wolle in Erkelenz expandieren und 2018 mit rund 420 Mitarbeitern herziehen.

Letztlich kam es aber nicht dazu. Kamps hatte kurz vor Weihnachten 2017 unter der Überschrift „Standort Schwalmtal bleibt erhalten“ veröffentlicht, dass das Unternehmen vom geplanten Umzug nach Erkelenz bis auf Weiteres Abstand nimmt. Grund für diese Entscheidung sei eine Veränderung der Investitionsprioritäten der Eigentümer, hieß es in einer Pressemitteilung.

Jetzt kam das Thema wieder zur Sprache – allerdings in Erkelenz. Der dortige Bürgermeister Peter Jansen erwähnte in seiner Neujahresansprache die „verschobene Ansiedlung der Firma Kamps“. Und tatsächlich: Eine Unternehmenssprecherin der Kamps GmbH bestätigte, man stehe „mit der Stadt Erkelenz weiterhin im offenen Dialog“.

Einen möglichen Ortswechsel der Großbäckerei begründet das Unternehmen mit den Veränderungen und Entwicklungen des Backwarenmarktes. Um diesen zu entsprechen, „suchen wir kontinuierlich nach Möglichkeiten, um das Unternehmen Kamps zu verbessern und zu optimieren, und so unseren Kunden ein bestmögliches Sortiment und Einkauferlebnis bieten zu können.“ Darunter fielen auch die Themen Optimierung und Verlegung des Firmensitzes.

Die Schwalmtaler Gemeindeverwaltung nimmt die Entwicklung gelassen zur Kenntnis. „Uns ist bekannt, dass sich das Unternehmen mit Erkelenz beschäftigt“, sagt Bernd Gather, Planungsamtsleiter der Gemeindeverwaltung. „Wir befinden uns mit Kamps in einem sehr offenen Dialog.“ Ohnehin sei der Wunsch eines Standortwechsels nie völlig gestorben, trotz des Rückziehers Ende 2017. „Es hat aber auch damals keiner gesagt, dass Erkelenz kein Thema mehr ist“, so Gather.

Schwalmtaler Verwaltung führt zurzeit Gespräche mit Kamps

Was die Verwaltung tun könne, um die Firma Kamps vom Bleiben zu überzeugen, ließ Gather offen. „Wir wissen, dass Kamps für die Optimierung des Unternehmens und ihrer Prozesse eine größere Fläche sucht“, betont er. „Wir befinden uns im Gespräch mit den Verantwortlichen, wie man den Schwalmtaler Standort verbessern kann.“

 Wie weit die Gespräche zwischen Erkelenz und Kamps sind, ließ das Unternehmen offen. „Aufgrund der laufenden Gespräche können wir derzeit noch keinen genauen Zeitpunkt oder Details bezüglich des eventuellen Umzuges nennen“, so die Kamps-Sprecherin. In naher Zukunft sei jedoch keine nennenswerten Veränderung hinsichtlich einer Verlegung des Unternehmenssitzes angedacht. Das sagt auch Bernd Gathers: „Ich gehe davon aus, dass kurz- und mittelfristig keine Veränderungen diesbezüglich eintreffen werden.“ Sollten Änderungen eintreten, spreche man zunächst miteinander.

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