Regionalrunde von "Jugend musiziert" in Viersen

Wettbewerb in Viersen : Junge Talente haben Musik im Blut

194 Teilnehmer sind zur Regionalrunde von „Jugend musiziert“ in Viersen angemeldet.

Einmal im Jahr treten bundesweit junge Musiker beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ an, 2019 zum 56. Mal. Und was sich seit Jahren bewährt hat, wird auch in diesem Jahr praktiziert: Der Kreis Viersen und die Stadt Mönchengladbach führen den Regionalwettbewerb gemeinsam durch. Traditionell wechselt der Ort der Durchführung, in diesem Jahr ist Viersen an der Reihe.

„Das hat“, sagt Kreisdirektor und Kulturdezernent Ingo Schabrich, „natürlich viel mit Musik zu tun, aber auch sehr viel mit Organisation.“ Die beiden Musikschulleiter Ralf Holtschneider (Kreis Viersen) und Christian Malescov (Mönchengladbach) sind seit Jahren ein eingespieltes Team. Trotzdem, so Holtschneider: „Für die Musikschulen ist die Durchführung des Wettbewerbs in jedem Jahr ein Kraftakt.“

Die Vorbereitung beginnt schon früh, und das Ganze funktioniert nur, weil „ein tolles Team von Lehrkräften, Hausmeistern und Sekretärinnen“ engagiert bei der Sache ist. Dank, ergänzt Schabrich, „gehört auch den Eltern, die „mit Begleitung, Fahrdiensten und mitunter auch Trösten“ einen nicht zu unterschätzenden Beitrag leisten.

In der Jury sitzen
27 Musiker

27 Musiker und Musiklehrer aus der Region sind in der Jury tätig. Die Vorspiele finden öffentlich statt. „In den vergangenen Jahren kamen immer um die 1000 interessierte Zuhörer“, berichtet Holtschneider.  „Wir könnten das Vorspiel auch in den Musikschulen stattfinden lassen. Ideale Räumlichkeiten haben wir. Aber wir suchen bewusst die Öffentlichkeit“, sagt Malescov. Zugleich wird auch Dank für die Förderung der kommunalen Träger damit zum Ausdruck gebracht.

Malescov ist noch ein anderer Punkt wichtig. „Wenn heute von Bildung die Rede ist, geht es meistens um die Bedeutung der Digitalisierung. Die ist zweifellos wichtig. Aber Bildung als Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung kann sich nicht in Computer- und Handybedienung erschöpfen.“ Musik könne da einen erheblichen Beitrag leisten.

Dem stimmen nicht nur Schabrich und Holtschneider zu. Seitdem es den Wettbewerb gibt, wird er von den Sparkassen gefördert. Stefan Vander von der Krefelder und Harald Wiedera von der Mönchengladbacher Sparkasse sehen darin weit mehr als eine milde Gabe für die Kommunen. Die finanzielle Förderung der musisch-kulturellen Bildung, daran lassen beide keinen Zweifel aufkommen, gehört unbestritten zum Auftrag der Sparkassen.

In diesem Jahr findet der Wettbewerb für Streichinstrumente, Akkordeon, Schlagzeug und Mallets (Stabspiele wie Marimba oder Vibraphon) statt. Natürlich spielen die Kinder auf ihren eigenen Instrumenten. Aber was ist mit der Klavierbegleitung? Auch hier hilft ein Sponsor. Die Klavierbau-Firma Kalscheuer aus Mönchengladbach stellt kostenfrei sieben Klaviere zur Verfügung.

Die innere Anspannung der Teilnehmer ist wie zu erwarten unterschiedlich. Die 16-jährige Kontrabassistin Leonie Walter hat schon mehrfach bei „Jugend musiziert“ teilgenommen, allmählich mischen sich in die Anspannung schon erste Anzeichen von Gelassenheit. Für die zehnjährige Akkordeon-Spielerin Emma Dobry ist Vieles noch neu. Aber sie wagt eine Prognose: „Vorher bin ich sicher nervös, aber hinterher werde ich dann schon wieder ruhiger.“

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