Rasant ohne Motor

Fast die Hälfte der jungen Piloten beim 27. Rennen in Viersen war weiblich.

Viersen. Franziska (17) aus Bergheim sitzt seit genau zehn Jahren in der Kiste. Sie fährt ihr letzte Saison, denn sie wird noch in diesem Jahr 18 Jahre alt. „Es hat mir immer viel Spaß gemacht und ich hatte auch herausragende Erfolge, berichtet sie. 2004 war sie Vize-Europameisterin und Zweite bei der Deutschen Meisterschaft. Die kommende Deutsche Meisterschaft in Berlin wird ihr letztes Rennen sein. Rund ein Dutzend hat sie jedes Jahr bestritten.

Die 27. Auflage des Viersener Seifenkistenrennens ging am Sonntag auf der Ernst-Moritz-Arndt-Straße über die Bühne. Auffällig: Die Zahl der Starter aus Viersen war so gering wie seit Jahren nicht mehr. Lediglich zwei der 50 Starter kamen aus der Stadt.

Doch auch insgesamt ging die Zahl der Aktiven, die am Sonntag an den Start gingen, merklich zurück: Im Vorjahr zählte der Seifenkistenverein noch rund 80 Starter. Allerdings fand da auch die Deutsche Meisterschaft statt, die in diesem Jahr in der Hauptstadt ausgetragen wird.

Ina (12) aus Westfalen bestreitet seit vier Jahren Seifenkistenrennen. Sie hat praktisch vor der Haustür eine Strecke, auf der sie trainieren kann. In Viersen ist das nicht möglich.

Keine regionalen Unterschiede gibt es bei der Tatsache, dass der Sport mit den Kisten oft eine Sache der ganzen Familie ist. Eltern, Großeltern und Geschwister sind mit dabei.

In Viersen gehen die Seifenkisten von einer Rampe aus auf die Strecke und erreichen nach rund 37 Sekunden das Ziel. Die Starter trugen alle einen Helm und lagen fast immer waagrecht in ihren Schlitten. Fast die Hälfte der jungen Piloten war weiblich. Vier Läufe und ein Probedurchgang wurden absolviert.

Mehr von Westdeutsche Zeitung