Kriminalität: Nach Verfolgungsjagd im Rahser verhaftet

Kriminalität: Nach Verfolgungsjagd im Rahser verhaftet

Die 44-Jährige, die Mittwoch bis in die Niederlande geflüchtet war, sitzt in U-Haft.

Eine 44-jährige Frau, die sich am Mittwoch eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei quer durch Viersen bis in die Niederlande geliefert hatte, ist am Freitagvormittag im Rahser festgenommen worden.

Die Flucht der Frau in einem grauen Fiat 500 war am Mittwoch von der niederländischen Polizei gestoppt worden. Sie hatte die 44-Jährige am Nachmittag festgenommen, vernommen, aber noch am selben Abend wieder freigelassen. „Gegen sie lagen nur deutsche und keine internationalen Haftbefehle vor. Deshalb war eine Freiheitsentziehung in den Niederlanden rechtlich nicht möglich“, sagt Polizei-Sprecherin Antje Heymanns zur Erklärung.

Die Festgenommene wird nach Angaben der Kreispolizei Viersen mit drei Haftbefehlen wegen Betrugs in Deutschland gesucht. „Es handelt sich um zwei ­Untersuchungshaftbefehle sowie um einen Strafvollstreckungsbefehl“, erläuterte Polizei-Sprecherin Antje Heymanns. Die 44-Jährige muss bereits eine Strafe wegen Betrugs von einem Jahr und zwei Monaten verbüßen. Außerdem wird sie laut Polizei von verschiedenen Staatsanwaltschaften in Deutschland gesucht, die gegen die Frau ermitteln.

Seit der Freilassung der Frau durch die niederländische Polizei fahndete die Polizei Viersen mit Hochdruck nach der 44-Jährigen. Sie fand heraus, dass sich die Frau vermutlich bei einer Bekannten im Rahser versteckt hielt.

Am Freitagmorgen suchte die Polizei die Wohnungsinhaberin im Rahser auf. Dort trafen sie auf die gesuchte Frau, die sich widerstandlos festnehmen ließ. Da die 44-Jährige sich offenbar seit längerem nicht mehr an ihrer ursprünglichen Meldeanschrift in Neuss aufgehalten hatte, war sie laut Polizei von Amts wegen abgemeldet worden und hatte keinen festen Wohnsitz.

Der Fahrerin werden nun mehrere Verkehrsverstöße und Verkehrsstraftaten zur Last gelegt, unter anderem „gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr“, überhöhte Geschwindigkeit, Überfahren von roten Ampeln. An dem gerammten Streifenwagen und am Fluchtauto entstand ein Schaden von einigen tausend Euro. Der Fluchtwagen wurde in den Niederlanden sicher gestellt und inzwischen der Mietfirma übergeben. Die Verdächtige soll den Fiat 500 Anfang Dezember gemietet und unterschlagen haben. Ein Richter schickte die Frau am Freitag in Untersuchungshaft. saja

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