Nach dem Aus von Möbel Klinkhamels in Viersen - wer sind die Nachmieter?

Wirtschaft in Viersen : Einige Interessenten an Klinkhamels-Gebäude

Spätestens Ende März stellt das Viersener Traditions-Möbelhaus seinen Betrieb ein.

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer in Viersen und Umgebung, als im Dezember vergangenen Jahres das Traditionsmöbelhaus Klinkhamels bekanntgab, dass es seinen Betrieb einstellen werde. Spätestens am 31. März soll es so weit sein, erklärte Oliver Klinkhamels, Geschäftsführer des 1932 gegründeten Familienunternehmens, jetzt. Von den ursprünglich 50 Mitarbeitern sind aktuell noch 35 an Bord.

Wie geht es weiter auf dem Firmengelände an der Kanalstraße? Dort war 1975 das Möbelhaus gebaut worden, 1990 eröffnete der Mitnahmemarkt „Klinki“. Wer wird in den Gebäuden mit knapp 14 000 Quadratmetern Verkaufsfläche einziehen? „Wir hatten einige Interessenten hier“, berichtet Klinkhamels. Der Standort sei attraktiv, weil er durch den Real-Markt und die weiteren Geschäfte hoch frequentiert sei. „Jetzt sind die Mietverträge unterschrieben.“

Im großen Gebäudeteil – dem eigentlichen Möbelhaus und dem Selbstabholungsbereich Klinki – wird künftig der Einrichtungsdiscounter Möbel Boss eine Filiale eröffnen. Das Unternehmen gehört zur Porta-Gruppe, unterhält deutschlandweit mehr als 100 Filialen, eröffnete 1982 seinen ersten Selbstbedienungs-Mitnahmemarkt in Hannover. Das Unternehmen verzichtet auf „kostspielige Dekoration“ und „teure Schaufenster“, unterhält keinen großen Fuhrpark und hat keine zentrale Lagerhaltung. „An Möbel Boss vermieten wir sehr langfristig eine Fläche von 10 000 Quadratmetern“, sagt Oliver Klinkhamels. Der Mietvertrag läuft über acht Jahre.

Auf dem Klinkhamels-Gelände soll eine Halle von 2000 Quadratmetern gebaut werden. Foto: Martin Röse

In dem Küchenstudio von Klinkhamels und in dem Verbindungsgang zwischen beiden Häusern werden demnächst Polstermöbel und Boxspring-Betten angeboten. „Für die insgesamt rund 3500 Quadratmeter haben wir einen Mietvertrag mit Unipolster/Möbel Trösser abgeschlossen“, berichtet Klinkhamels. Vor zwölf Jahren wurden die beiden Polstermöbel-Spezialisten zusammengeführt, unterhalten Filialen in NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen.

Norbert Jansen von der Wirtschaftsförderung ist froh, dass Nachmieter gefunden sind. „Unterm Strich werden rund 50 Arbeitsplätze entstehen“, sagte er. Die WfG begleite die nun anstehenden Neuansiedlungen, sorge auch dafür, dass Bauanträge zügig bearbeitet würden. So soll unter anderem ein zusätzlicher Portalkran am Gebäude des Möbelhauses installiert werden.

Klinkhamels kündigte an, dass ab April mit dem Rückbau des Innenausbaus begonnen werde. Voraussichtlich im Oktober könnten dann Uni-Polster und SB Möbel Boss in Viersen eröffnen.

Doch auch Klinkhamels selbst plant ein neues Projekt. Auf einem derzeit brachliegenden Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Möbelhaus soll im kommenden Jahr eine Gewerbehalle mit einer Fläche von rund 2000 Quadratmetern entstehen. Gedacht sei daran, die neue Halle an vier bis sechs Interessenten zu vermieten. „Das kann für kleinere Handwerksbetriebe interessant sein.“