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Nach Brand in Baumarkt in Viersen: Polizei fahndet nach Brandstiftern

Brand in Viersener Baumarkt : Außenlager von Obi abgebrannt

Erneut hat es in Viersen gebrannt – beim Obi-Markt gerieten Holzkohle und Grillbriketts in Brand geraten. Die Polizei ermittelt: Es ist das siebte Feuer innerhalb von vier Wochen im Stadtgebiet. Geht ein Feuerteufel um?

Zum siebten Mal innerhalb von vier Wochen hat die Viersener Feuerwehr einen Brand löschen müssen. Diesmal waren auf einer Fläche von 200 Quadratmetern Holzkohle und Grillbriketts in der Nacht zu Donnerstag gegen 3.20 Uhr im Außenlager des Obi-Baumarktes an der Kölnischen Straße in Brand geraten.

Bereits am Mittwoch waren die Wehrleute zu einem Waldbrand auf den Süchtelner Höhen ausgerückt. Das gegen 16 Uhr gemeldete Feuer zwischen dem früheren Kletterwald und dem Fanny-Zahn-Haus entpuppte sich  als noch kleiner Brand im Unterholz, der rasch gelöscht werden konnte. Am 25. Mai war eine Industriehalle in Dülken in Brand geraten. Die Ermittler der Polizei fanden auf dem Gelände keine Spuren, die auf einen technischen Defekt als Brandursache schließen ließen. In der Woche zuvor war ein leerstehender Altbau an der Gerberstraße vollständig niedergebrannt. Und am Montag, 18. Mai, fing das Vordach der Kita Robend morgens um kurz nach 5 Uhr Feuer. Eine Selbstentzündung gilt als unwahrscheinlich. Die Polizei vermutet auch in diesem Fall Brandstiftung.

„In den vergangenen vier Wochen gab es insgesamt sieben Brände im Viersener Stadtgebiet“, erklärte eine Sprecherin der Polizei. Dazu gehören neben den Gebäuden auch brennende Wiesen- und Waldstücke, ein brennender Baum sowie eine in Brand geratene Mülltonne. Ob Tatzusammenhänge bestehen und ob ein Täter für die Brände verantwortlich ist,  könne die Polizei zurzeit noch nicht sagen. Sie hat jetzt ihre Ermittlungen zur Brandursache am Baumarkt aufgenommen.

Ein Nachbar hat den Brand
am Baumarkt gemeldet

Ein Nachbar hatte das Feuer im Bereich des Baumarktes gemeldet. Weil zunächst nicht klar war, was die Ursache für den Rauch war, wurde die Feuerwehr nach dem Muster für einen Industriebrand alarmiert. Die hauptamtliche Wache, die Löschzüge Viersen und Dülken, die Wasserversorgungseinheit aus Süchteln, der ABC-Erkunder und die Einsatzleitwagengruppe rückten aus. Außerdem fuhr ein Rettungswagen zur Einsatzstelle, er dient vorrangig dem Selbstschutz der Retter.  Er steht in der Nähe des Brandortes, um verletzten Feuerwehrkräften sofort helfen zu können. Dies war bei dem Baumarkt-Brand nicht notwendig.

Die Geruchsbelästigung war derart stark, dass die Menschen im Viersener Osten bis nach Willich über die Warn-App Nina informiert wurden. Luftmessungen ergaben laut Stadt Viersen, dass bei dem Brand keine Schadstoffe freigesetzt wurden. Der ABC-Erkunder prüfte im Umfeld die Luft auf Schadstoffbelastungen, konnte aber außer einer Geruchsbelästigung und Sichtbehinderungen nichts feststellen. Verletzt wurde niemand. Zur Schadenshöhe gibt es noch keine Angaben.

Da das Feuer im Außenlager ausgebrochen war, stellte es keine Gefahr für das Gebäude dar. Die Hauptwache und der Löschzug Viersen kümmerten sich um die Löscharbeiten. Die Süchtelner bauten die  Wasserversorgung auf. Der Löschzug Dülken, der in unmittelbarer Nähe bereitstand, wurde nicht gebraucht. Insgesamt waren 65 Kräfte im Einsatz.

 Die Brandstelle war etwa 10 mal 20 Meter groß. Die Einsatzkräfte bekämpften die Flammen mit drei C-Rohren. Was auf dem heimischen Grill erwünscht ist, sorgte für einen langen Einsatz der Feuerwehr: Die dicht gepackte Grillkohle brannte lange. Mit einem Bagger, der von einem örtlichen Unternehmen angefordert wurde, wurden die glimmenden Kohlen auseinandergezogen. Um kurz nach 5 Uhr konnten die Kräfte der Hauptwache den Brandort verlassen. Der Löschzug Viersen übernahm die Löscharbeiten, die noch mehrere Stunden dauerten.