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Mögliche zweite Corona-Welle: So sind die Krankenhäuser in Viersen vorbereitet

Corona in Viersen : Kliniken sehen sich gut gerüstet

Das Allgemeine Krankenhaus (AKH) Viersen rechnet angesichts steigender Corona-Fallzahlen mit wachsendem Bedarf an Corona-Betten. Wie sich das AKH und das Irmgardis-Krankenhaus auf eine mögliche zweite Welle vorbereiten.

Aktuell werden im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Viersen zwei Patienten behandelt, die mit dem Coronavirus infiziert sind. „Bei beiden handelt es sich um Reiserückkehrer aus Risikogebieten“, sagt Geschäftsführer Kim-Holger Kreft. „Da wir vor den Schul-
ferien lange Zeit keinen bestätigten Corona-Fall mehr im AKH hatten, bemerken auch wir die nunmehr steigenden Infektionszahlen allgemein“, sagt er und ergänzt: „Nach unserer Einschätzung handelt es sich dabei ganz überwiegend um Reiserückkehrer aus Risikogebieten, aber auch aus Gebieten, die formal noch keine Risikogebiete nach Robert-Koch-Institut waren und dennoch hohe Infektionszahlen aufweisen.“

Kapazitäten auf
der Intensivstation

Derzeit sei noch eine Anordnung des Bundesgesundheitsministeriums in Kraft, die besagt, dass ein Teil der intensivmedizinischen Kapazitäten – 25 Prozent – für Corona-Patienten freizuhalten ist. Kreft: „Das könnte schon bald wieder relevant werden.“ Doch dafür sei das AKH gewappnet. Auch das Krankenhaus St. Irmgardis in Viersen-Süchteln sieht sich gut auf eine mögliche zweite Corona-Welle vorbereitet.

In den Spitzenzeiten der Pandemie im April seien mitunter etwa 15 bis 20 Covid-19-bestätigte Fälle gleichzeitig im AKH behandelt worden, berichtet Kreft. „Hinzu kamen diverse Verdachtsfälle. Insgesamt haben wir seit Beginn der Pandemie über 40 Patienten in diesem Kontext behandelt.“ Nun sei man wieder nah dran am Vor-Corona-Alltag: „Das AKH hat derzeit etwa 90 bis 95 Prozent der Vor-Corona-Patientenzahlen erreicht“, sagt Kreft. „Durch das eingespielte Handling etwaiger Covid 19-Patienten können die übrigen Patienten ganz beruhigt das AKH aufsuchen.“

Auch am Krankenhaus St. Irmgardis herrscht fast wieder Normalbetrieb. „Wir haben im Vergleich zum Vorjahr eine zehn Prozent geringere Belegung“, berichtet Sprecherin Sigrid Baum und erklärt: „Das hängt damit zusammen, dass die Patienten corona-bedingt immer noch Angst vor stationären Aufenthalten haben.“ In Spitzenzeiten der Pandemie seien bis zu fünf Corona-Patienten behandelt worden. Derzeit machten sich noch keine steigenden Corona-Zahlen bemerkbar, es werde aktuell kein Corona-Patient behandelt.

Am Irmgardis-Krankenhaus werden mittlerweile alle Bereiche mit Ausnahme der Isolierstation wieder wie vor der Pandemie genutzt. „Wir leben den Grundsatz, jeden Patienten, der stationär aufgenommen wird, bei uns erstmal isoliert unterzubringen, bis wir wissen, ob sein Corona-Test negativ ist“, sagt Baum. „Dieser Isolierbereich ist nur mit Einzelzimmern belegt. Das war seit beginn der Corona-Zeit so und bleibt auch aktuell.“ Sechs Zimmer seien auf der Station, sie könne auf bis zu zwölf Zimmer ausgeweitet werden. „Wir haben ein engmaschiges Sicherheitskonzept, wir fahren auf Sicht“, sagt Baum: „Das heißt, wenn wir feststellen, dass sich die Anzahl der Corona-positiven Patienten erhöht, können wir mit unseren Maßnahmen adäquat kurzfristig ­agieren.“

Am AKH gebe es einen isolierten Bereich, in dem Covid-19-Patienten und Verdachtsfälle untergebracht und behandelt würden, erklärt Geschäftsführer Kreft. Der Bereich ist ausgelegt auf bis zu vier Corona-Patienten. „Da wir in Sachen Corona-Behandlung mittlerweile sehr versiert sind, bestehen eingespielte Abläufe.“ Soweit der Isolationsbereich zahlenmäßig nicht mehr ausreichen sollte, würde bei steigender Fallzahl wieder eine gesonderte Corona-Station eröffnet. „Die entsprechenden Pläne bestehen bereits, um für alle Fälle gewappnet zu sein.“ Kreft betont: „Noch werden die Krankenhäuser für coronabedingt freie Betten durch das Krankenhaus-Entlastungsgesetz entschädigt. Ganz wichtig ist aber, dass diese Regelung vom Bundesgesundheitsministerium auch über den 30. September hinaus verlängert wird.“

Denn die Corona-Pandemie bestehe weiter, ergänzt er – „und insoweit ist auch im Herbst und Winter mit einem Anstieg der Zahlen zu rechnen.“