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Möbel Trösser eröffnet in Viersen seine zwölfte Filiale

Einkaufen in Viersen : Möbel Trösser eröffnet große Filiale

Nach dem Aus von „Möbel Klinkhamels“ ist jetzt Möbel Trösser in einen Teil der Räume eingezogen. Das Familienunternehmen hat sich auf Polstermöbel und Boxsping-Betten spezialisiert – aber es gibt mehr zu sehen.

Eigentlich hatte Wolfgang Bröhl Viersen nicht auf der Landkarte seiner Expansionspläne. Elf Filialen unterhielt der Geschäftsführer von Möbel Trösser damals – vom Ruhrgebiet bis in den Kölner Raum. Bis ihn der Viersener Oliver Klinkhamels in der Trösser-Zentrale in Oberhausen besuchte und von den Plänen der Familie berichtete, das Traditionsmöbelhaus in Viersen zu schließen. Und ob Bröhl nicht Interesse habe, am Standort eine Filiale zu eröffnen.

Jetzt hat Trösser zwölf Filialen, Bröhl schaut sich an diesem Donnerstag in den rund 3500 Quadratmeter großen Räumlichkeiten um. Wo Klinkhamels früher seine Küchen verkaufte, stehen jetzt Polstermöbel. Für die ist das 1924 gegründete Familienunternehmen bekannt, das vor zwölf Jahren mit Unipolster zusammen ging. „Wir wurden am ersten Tag überrannt“, berichtet Bröhl. Dutzende Sofas wurden verkauft.

Doch gibt es in dem Viersener Haus nicht nur Polstermöbel zu sehen. Bröhl wandert durch die Ausstellung: Esstische, Wohnzimmerstühle, Couchtische, Lampen – alles abgestimmt auf die Sofas, stehen ebenfalls dort, vermitteln einen Eindruck, wie Räume gestaltet werden können. „Ausstellungsstudios“ heißen die Bereiche firmenintern. Und die Esstische und Lampen können ebenfalls gekauft werden. „Wir haben alles – außer Schrankwänden“, sagt Bröhl. Große Bücherwände würden im Digitalzeitalter nicht mehr nachgefragt.

In den vergangenen Tagen war auch Bröhls Frau Sabine häufig vor Ort, kümmerte sich um die Dekoration, nachdem in den vergangenen fünf Monaten der Standort an der Kanalstraße komplett umgebaut wurde: neue Wände, neue Böden, neue Decken, neue Farben. Vor allem aber: ein neues Beleuchtungskonzept, das mit großen LED-Displays in den Ecken den für ein Möbelhaus eher niedrigen Räumen mehr Weite spendiert.

Gesundes Sitzen ist
ein wichtiges Thema

Der Trösser-Geschäftsführer verzieht ein bisschen das Gesicht. „Eigentlich sind 5000 Quadratmeter Verkaufsfläche optimal für uns, hier mussten wir uns etwas einschränken.“ Beim Blick auf die Funktionssessel hellt sich seine Miene wieder auf: „Aber wir haben alles Wichtige da.“ Sagt’s und lässt sich in dem Möbelstück nieder, bedient die Knöpfe. „Wwwwwwww“, macht der Sessel und Bröhls Beine werden angehoben. „Jetzt liegen meine Beine höher als mein Herz, dadurch kann das Blut in den Körper zurückfließen – das ist herrlich entspannend“, sagt er. „Gesundes Sitzen“ ist ein wichtiges Thema in dem Möbelhaus. Gesundes Schlafen ebenfalls. In dem ehemaligen Durchgang vom Klinhamels-Möbelhaus zum Klinkhamels-Küchenstudio steht jetzt die große Boxspring-Bettenabteilung von Trösser. „Schlaflabor“ steht da in Leuchtschrift. Ist das nicht ein bisschen sehr hoch gegriffen? „Unsere Mitarbeiter haben Kurse bei Orthopäden gemacht“, berichtet der Geschäftsführer, „sie wissen, wie tief der Rücken in die Matratze einsinken soll.“ Fast liebevoll fährt er mit der Hand über einen beigefarbenen Topper aus Belgisch-Damast. „Ab 1,60 Meter Breite bieten wir zum Beispiel Boxspring-Betten an, die optisch aussehen, als bestünden sie aus einer Matratze. Sie haben also keine Besucherritze.“ Aber in Wahrheit seien es zwei Matratzen – weil zwei Menschen häufig verschiedene Bedürfnisse hätten. Spezialmatratzen für Allergiker, Spezialmatratzen aus Kaltschaum für temperaturempfindliche Menschen, druckentlastende Spezialmatratzen – ja: der Schlaf ist eine spezielle Wissenschaft für sich.Während im Erdgeschoss am Eingang eher preiswerte Polstergarnituren einer Trösser-Eigenmarke die Besucher willkommen heißen, geht im Obergeschoss der Trend zu „wertigen Markenthemen“. Da gibt’s zum Beispiel auch ein Sofa aus einem Stoff, der aus alten Plastikflaschen gewonnen wurde. Bröhl: „Das spart 70 Prozent Energie!“