Martinsmarkt lockte am Wochenende tausende Besucher nach Viersen

Markt in Viersen : Martinsmarkt macht Lust auf den Winter

Tausende Besucher schlenderten am Wochenende zwischen Ständen und Buden hindurch. Auch St. Martin kam zu Besuch.

Der Martinsmarkt an diesem Wochenende zieht Massen von Besuchern in den Viersener Stadtkern. Sie drängeln sich vorbei an den Boutiquen, Essenswagen und Handwerkerständen. „Hier kommt man nicht schnell durch“, sagt Waltraud Langen. Die 60-Jährige ist aus Korschenbroich mit ihrem Ehemann zum Markt angereist. „Es sind so viele Menschen da, das bringt einen dazu, langsamer zu laufen und mehr an den Ständen zu schauen. Aber es lohnt sich.“ Auch Ehemann Bernhard (60) findet den Markt gut: „Wir kommen seit fast zehn Jahren sehr gerne, hier ist immer Trubel.“

Seit mehr als 25 Jahren findet der Viersener Martinsmarkt statt und eröffnet in der Regel als erster seiner Art die Reihe winterlicher Märkte in der Region. „Die Mischung zwischen Einzelhandel, Essenswagen und Marktständen finde ich hier ganz cool“, sagt Marc Trostel. Der 42-Jährige aus Hardt und seine Familie sind zum ersten Mal auf dem Martinsmarkt. „Etwas vergleichbares gibt es hier in der Umgebung auch nicht“, findet Jaqueline Trostel. Schön sei am Markt auch die Gesamtlänge, es gebe viel zu entdecken, findet die 33-Jährige: „Wir hoffen auch, das wir heute Sankt Martin sehen.“

Für Familie Trostel aus Hardt ist es der erste Besuch auf dem Markt in der Viersener Innenstadt. Foto: Julia Esch

500 Kinder können sich
über Martinstüten freuen

Der Besuch des „Heiligen“ gehört zu den Höhepunkten des Marktprogramms an diesem Wochenende. Insgesamt 500 Tüten verteilt er kostenlos an der Hauptstraße an Kinder. Naschereien und eine Broschüre über das Teilen sind der Inhalt dieser Martinsgabe. Die Schlange an dem Stand mit dem Mann im roten Umhang und altrömischer Rüstung reißt nicht ab.

St. Martin trifft auf Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD): Der „Heilige“ verteilte Martinstüten an Kinder. Foto: Julia Esch

Es herrscht eine Atmosphäre auf dem Markt, die zu dieser Zeit passt: Kalt und mit ersten frostigen Nächten, die Vorfreude auf Glühwein, Kerzenlicht und gebrannte Nüsse kommt bei vielen auf. Aber an Weihnachten denken möchten viele dann doch noch nicht. Auch wenn sich mit dem Martinsmarkt für ganz weit Vorausschauende die Gelegenheit bietet, nach ersten Geschenken für das Fest Ende Dezember zu schauen. Ein Markt, der die Wochen vor Weihnachten willkommen heißt, aber dennoch herbstlich bleibt. In den Schaufenstern und an manchen Ständen hängen Lampions und Laternen, es beherrschen Rot, Gelb, Braun und Orange die Farbauswahl an vielen Ständen. Aber auch rot-weiß gestreifte Zuckerstangen gibt es am Wagen mit Popcorn und Zuckerwatte zu kaufen.

Die Musikkapelle zieht die Aufmerksamkeit auf sich

Das Wickrather Quintett, das auch in den Wochen vor Weihnachten Stimmung in der Fußgängerzone macht, spielt auch an diesen Tagen an verschiedenen Standorten. Nur eben noch ohne Weihnachtslieder im Gepäck. Ramic Imerov ist Mitglied der Kapelle und bei verschiedenen Anlässen mit seiner Trompete in Viersen unterwegs: „Ich mache das schon seit zehn Jahren.“ Als die Kapelle die ersten Töne bläst, bleiben einige stehen, manche entscheiden sich, die heiße Bratwurst im Brötchen in Nähe der Musikquelle zu essen. An vielen Stellen treffen sich Bekannte wieder. Auf dem großen Markt, der sich von St. Remigius bis zum Sparkassenvorplatz zieht, scheint die Welt hin und wieder dann doch klein.

Schafsfelle, Ledergürtel, Stricke, Taschen, Kleidung und Deko aus Filz, Kunstwerke aus Draht und Metall fürs Blumenbeet: An den Ständen gibt es viel Selbstgemachtes. Aber auch die meisten Einzelhändler haben an diesem verkaufsoffenen Sonntag viel zu tun, in vielen Läden drängen sich die Besucher. Wer vom Bummel müde wird, holt sich zwischendurch zur Stärkung Grünkohl mit Mettwurst – oder frittierte Süßkartoffeln mit Avocadodip.

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