Wirtschaft im Kreis Viersen IHK begrüßt Debatte über Abwassergebühren

Kreis Viersen · Die Abwassergebühren im Kreis Viersen sind für Unternehmen laut IHK überdurchschnittlich hoch. Die Kammer freut sich, dass nun öffentlich darüber diskutiert wird.

Das Abwassergebühren-Ranking der IHK sorgt für Diskussionen.

Das Abwassergebühren-Ranking der IHK sorgt für Diskussionen.

Foto: Berns, Lothar (lber)

(mrö) Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein begrüßt die Diskussionen, die über das Abwassergebühren-Ranking für den Mittleren Niederrhein geführt werden. Der Vergleich zeigt, wie hoch die Abwassergebühren für Unternehmen in den Städten und Gemeinden in der Region sind und hatte dabei Unterschiede von mehr als 100 000 Euro pro Jahr offenbart.

Die IHK hatte das Ranking bei der IW Consult GmbH in Auftrag gegeben. Nach dessen Veröffentlichung übten die Städte Viersen und Nettetal, die die beiden letzten Plätze belegten, Kritik an der Methodik. So erschwere beispielsweise der unterschiedliche Umgang der einzelnen Kommunen bei der Berücksichtigung von Kostenunter- und -überdeckungen aus Vorjahresergebnissen die Vergleichbarkeit der Gebührensätze, argumentierte die Stadt Nettetal. Viersen Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) wies unter anderem darauf hin, dass in Viersen Unternehmen für den Kanalanschluss nichts zahlen müssen, da diese Kosten auf die Gebühren umgelegt werden.

„Die deutlichen Unterschiede bei den Gebühren für Unternehmen und Privatleute sind nicht von der Hand zu weisen, auch wenn sie in Einzelfällen erklärbar sind“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. „Deshalb ist es begrüßenswert, dass die Kommunen nun dazu Stellung nehmen.“

Aufgrund der teils frappierenden Unterschiede hofft Steinmetz, dass in den Stadt- und Gemeinderäten mit den höchsten Gebührensätzen über das Thema weiter intensiv diskutiert wird. „Wir haben in der Region im Bundesvergleich sehr hohe kommunale Abgaben für Unternehmen – ob bei den Gewerbesteuern oder bei den Abwassergebühren. Deswegen ist es als Interessenvertreter der regionalen Wirtschaft unsere Aufgabe, dies zu thematisieren“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Steinmetz sieht einen Zusammenhang zwischen der hohen Abgabenlast im Bundesland NRW und der im Bundesländervergleich niedrigen Investitionsquote: „Die überdurchschnittlich hohen kommunalen Steuern und Abgaben führen dazu, dass die Betriebe in unserer Region ein geringeres Investitionspotenzial haben als Wettbewerber aus dem übrigen Bundesgebiet.“

(mrö)
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