Abfallbetrieb Gebührenschock beim Bioabfall im Kreis Viersen

Kreis Viersen · Die Bürger im Kreis Viersen müssen im kommenden Jahr deutlich tiefer in die Tasche für die Entleerung ihrer Biotonnen greifen als zurzeit: Der Kreis Viersen wird die Gebühren für die Behandlung von 1000 Kilogramm Bioabfällen um 41 Prozent erhöhen – von aktuell 95 Euro pro Tonne, gültig seit 2018, auf künftig 134,25 Euro.

 Das Kompostwerk am Asdonkshof. Vom kommenden Jahr an sollen dort auch die Bioabfälle aus dem Kreis Viersen behandelt werden. Rund 35 000 Tonnen sind das pro Jahr.

Das Kompostwerk am Asdonkshof. Vom kommenden Jahr an sollen dort auch die Bioabfälle aus dem Kreis Viersen behandelt werden. Rund 35 000 Tonnen sind das pro Jahr.

Foto: Norbert Prümen

Die deutliche Gebührenerhöhung fällt zusammen mit der Inbetriebnahme der neuen Bioabfall-Behandlungsanlage, die die Kreise Viersen und Wesel in Asdonkshof für rund 40 Millionen Euro errichtet haben. Seit drei Wochen befindet sich die Anlage im Testbetrieb. Von einem „Meilenstein“ sprach Wesels Landrat bei dem Hochfahren der Anlage. Bisher werden die Bioabfälle der Einwohner des Kreises Viersen vom Privatunternehmen Reterra behandelt. In wenigen Monaten will der Kreis diese Aufgabe rekommunalisieren. Das Ziel, so erklärte Landrat Andreas Coenen (CDU) 2018: die Gebühren „dauerhaft niedrig halten“. Den Kreistagsmitgliedern wurde eine Kalkulation für die Behandlungskosten je Tonne Bioabfall vorgelegt: 79,53 Euro netto zzgl. rund 20 Euro für Umschlag und Transport von der geplanten Umladestation im Gewerbegebiet Nettetal-West in den rund 45 Kilometer entfernten Asdonkshof. Die Reterra nahm im selben Jahr 83 Euro netto für die Behandlung einer Tonne Bioabfall. Der Kreistag stimmte damals einstimmig für die Rekommunalisierung und den Bau der Anlage. Und nun die Gebührensteigerung von 41 Prozent auf 134,25 Euro.