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Die Wahl in Viersen: Kopf-an-Kopf-Rennen in Viersen

Die Wahl in Viersen : Kopf-an-Kopf-Rennen in Viersen

Am 27. September treten Christoph Hopp (CDU) und Sabine Anemüller (SPD) zur Stichwahl an.

Am Ende des Abends sitzen fast nur noch Sozialdemokraten bei der Ergebnispräsentation in der Viersener Festhalle – und erleben eine durchaus aufgeräumte Bürgermeisterin. „Ich fühle mich gut“, sagt Sabine Anemüller. Dabei ist die Amtsinhaberin bei der Bürgermeisterwahl nur zweite Siegerin. Christoph Hopp erhielt 473 Stimmen mehr als sie. „Ich bin in der Stichwahl – und es war von vornherein klar, dass ich nicht die absolute Mehrheit bekommen würde“, sagt Anemüller. „In der Stichwahl wird es zum Schwur kommen, für wen sich die Anhänger der anderen Parteien entscheiden werden.“ Sie sei thematisch breit aufgestellt, gerade das Thema Klimaschutz liege ihr am Herzen, betont Anemüller. „Jetzt wird es darum gehen, die Wähler für die Stichwahl am 27. September zu mobilisieren“, sagt Anemüller.

Das sieht auch die CDU so: Die Plakate für die Stichwahl sind schon gedruckt, Aufkleber für die großen Plakate liegen bereit, noch am Abend sausen die ersten Teams los, um für die Stichwahl zu mobilisieren. Spitzenkandidat Christoph Hopp hat 40,5 Prozent der Stimmen geholt, das liegt unter dem Wahlergebnis der CDU. Spannend wird nun in der Tat die Frage, wie viele Stimmen von anderen Parteien er ziehen kann. Bei der Bürgermeisterwahl vor fünf Jahren hatte die Parteispitze empfohlen, für den damaligen CDU-Kandidaten zu stimmen. Bürgermeisterin wurde Sabine Anemüller – auch, weil es der CDU nicht gelang, genügend Wähler zu mobilisieren. Diesen Fehler will sie am 27. September nicht mehr machen.

Die grüne Bürgermeisterkandidatin Martina Maaßen holte 12,2 Prozent der Stimmen, ihre Partei aber wird die Macht im künftigen Stadtrat deutlich ausbauen: zehn Sitze statt bislang sechs der dann insgesamt 54 Plätze im Stadtrat. Sie begoss die gute Nachricht mit einem Gläschen Sekt in der grünen Parteizentrale. Auch wenn das ausgegebene Wahlziel der Grünen – zweitstärkste Kraft zu werden und in die Stichwahl zu kommen –, in Viersen nicht erreicht wurden, ist sie froh über das gute Abschneiden der Grünen.

Bedrückt ist die FDP. Im Rat verlor sie nur marginal, aber Bürgermeisterkandidat Frank a Campo erhielt nur 3,3 Prozent der Stimmen. „Gerne hätte ich bei der Bürgermeisterwahl mehr Stimmen geholt, aber das hat nicht geklappt“, sagt er. Sein Trost: „Zumindest ein wichtiges Ziel haben wir aber für unsere Stadt erreicht: die zentralen Themen Verbesserung der Wirtschaftsförderung, Digitalisierung der Schulen und Verwaltung sind wieder nach vorne gekommen, und beide in die Stichwahl gehenden Kandidaten haben im Wahlkampf dazu Stellung bezogen und Handeln angekündigt.“

Erstmals im Viersener Stadtrat vertreten ist die AfD. Sie wird zwei Ratsmitglieder stellen. Noch vor kurzem demonstrierten die Ratsmitglieder der anderen Parteien gemeinsam gegen eine Wahlkampfveranstaltung der „Blauen“.

Zu den Wahlverlierern zählt die Partei Die Linke. Sie verlor 0,5 Prozentpunkte, liegt jetzt bei fünf Prozent.