Konjunkturbericht der Handwerkskammer Düsseldorf: Handwerk im Kreis Viersen geht es gut

Kreis Viersen : Der Baubranche geht es hervorragend

Das gilt auch für Maler- und Sanitärbetriebe.

Antonius Kiwall kann sich über Langweile nicht beklagen. Das wird sich auch in den kommenden zehn bis 15 Jahren nicht ändern, schätzt der Unternehmer. „Wir schieben jetzt eineinhalb Jahre Arbeit vor uns her”, sagt der Maurermeister und Restaurator aus Brüggen. Sein Familienbetrieb ist spezialisiert auf ökologisches Bauen und Denkmalpflege. Auch weniger spezialisierten Unternehmen der Baubranche geht es gut. Das sagt die Handwerkskammer Düsseldorf in ihrem Konjunkturbericht.

Die Handwerksbetriebe in und um Düsseldorf trotzen der allgemein schwächelnden Konjunktur. Der in einer Umfrage ermittelte Geschäftsklima-Index erreicht sogar den zweithöchsten je gemessenen Wert.

Insbesondere die Baubranche mit ihren hohen, stabilen Umsätzen, satten Investitionen und den vollen Auftragsbüchern sorgt für den Aufschwung. „Das trifft auch auf den Kreis Viersen zu und geht durch alle Bereiche vom Ausbau- bis Maler- und Sanitärbetrieb”, bestätigt Marc Peters, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, zuständig für den Kreis Viersen, Krefeld und Neuss.

„Das Zinsniveau ist nach wie vor niedrig, viele Menschen investieren in Gebäude”, sagt er. Hinzu kommen öffentliche Investitionen und mehr Aufwendungen der öffentlichen Hand für die Verkehrsinfrastruktur.

Trotz des guten Geschäftsklimas geht es nicht allen Handwerksbranchen gleich gut. Bei den Optikern und Hörgeräteakkustikern etwa hat sich das Geschäftsklima verschlechtert. Die Zahl der Aufträge geht zurück. „Das betrifft den Kreis Viersen allerdings weniger. Diese Branche ist bei uns kaum vertreten”, sagt Peters. Auch bei den Friseuren, Maßschneidern und Goldschmieden ist die Stimmung getrübt.

Mittelprächtig ist laut Handwerkskammer die Stimmung in den Lebensmittelberufen und dem Kraftfahrzeuggewerbe. Die Kreishandwerkerschaft sieht das vor allem im Lebensmittelbereich weniger optimistisch. „Bäcker oder Metzger etwa haben es schwer, sich am Markt zu behaupten”, sagt Peters. Ein Bäcker, der frisch backt, könne mit den Preisen der Backautomaten in den Supermarktketten nicht konkurrieren.

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