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Grusellabyrinth in Viersen: Halloween ohne Shockwarts

Grusellabyrinth in Viersen : Horrorlabyrinth macht Pause

13 Jahre pilgerten Halloween-Fans zum Gruselhaus nach Süchteln.

Ein hohler Keramik-Kürbis mit Augen, Mund und Nase steht links neben der Haustür auf dem Boden. Er hat einen niedlichen Zipfel-Hut auf. Gruselig wirkt das nicht. Weit und breit ist keine blutverschmierte schlimm entstellte Horror-Kopf-Deko zu sehen, liegen keine abkehackten Kunststoff-Extremitäten herum und vor allem: Ist kein schaurig schönes Labyrinth aufgebaut. Das müsste jetzt, so kurz vor dem 31. Oktober, eigentlich schon fast fertig sein. Ist es aber nicht. Denn in diesem Jahr muss Halloween ohne Shockwarts-Horrorlabyrinth in der Hugo-Heckers-Siedlung in Süchteln auskommen. „Wir machen Pause“, sagt Stefanie Dally: „Das brauchen wir halt auch mal.“

Vor 13 Jahren hat die Süchtelnerin zum ersten Mal an Halloween Familie, Freunde und Nachbarn zum Schaudern gebracht, sie stellte gemeinsam mit einer Bekannten Grabsteine aus Styropor im Vorgarten auf, spielte Geschrei und Gelächter vom MP3-Player ab. „Dann ist das jedes Jahr größer geworden“, erzählt sie. Beim Dekorieren brauchte sie immer mehr Hilfe, einer der Helfer war ihr heutiger Lebensgefährte Andy Moors. Seit sieben Jahren kümmern sich die beiden nun gemeinsam darum, dass an Halloween durch ihr Wohnzimmer und den Garten ein rund 120 Meter langes Horrorlabyrinth aus Styropor, Pappe, Putz, Brettern, Nägeln, Schrauben und was ihnen sonst noch in die Hände fällt, führt.

Unterwegs begegnen den Besuchern natürlich auch fies kostümierte Erschrecker, deren Ziel es ist, sie zu schocken. Wer das überstanden hat, wird mit Waffeln und Kakao belohnt. „Im vergangenen Jahr hatten wir bestimmt 2500 Leute hier“, sagt Moors. „Die haben teilweise zwei Stunden lang angestanden, um reinzukommen. Die Schlange war 100 Meter lang.“

Rund 40 Bekannte und Freunde helfen beim Auf- und Abbau

2017 hat Shockwarts schon einmal Pause gemacht, danach sollte es eigentlich wie gewohnt weiter gehen. Für 2018 besorgten sich Dally und Moors viel neues Baumaterial, etwa zweieinhalb Monate vor Halloween begannen sie damit, das Labyrinth aufzustellen. Vor der Arbeit – Dally ist Erzieherin, Moors Automechaniker – bastelten sie daran, abends machten sie weiter, außerdem an den Wochenenden. Rund 40 Bekannte und Freunde halfen, wann immer sie Zeit hatten. Nach Halloween war die Arbeit nicht erledigt: Das Labyrinth muss ja auch wieder abgebaut werden.

„Das Labyrinth ist jedes Jahr anders“, sagt Dally. Natürlich sei auch immer der Ansporn da, das Shockwarts des Vorjahres zu übertreffen, ergänzt die 40-Jährige. Doch diese Motivation fehlt jetzt. Nicht nur, weil das Paar mit Krankheitsfällen im näheren Umfeld klarkommen musste: „Ich habe einen neuen Job angefangen, darauf möchte ich mich jetzt erst mal konzentrieren“, erläutert die Erzieherin. Aber: „Ich liebe die Maskerade, ich liebe den Kulissenbau“, sagt sie. Deshalb soll es 2020 Shockwarts wieder geben.

Auch, wenn das Horrorlabyrinth fehlt: Halloween feiern möchten Dally und Moors in diesem Jahr trotzdem. „Wir treffen uns mit Freunden und grillen hier“, sagt Dally. „Wir spinnen schon mal rum, sprechen über die Rollenverteilung fürs nächste Jahr“, ergänzt er. Und ab August 2020 wird dann wieder gebaut.