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Großrazzia in Viersen mit Hunderten Bundespolizisten

NRW : Razzia gegen Diebesbande in Viersen

Nach mehr als einem Jahr Emittlungen gegen eine Bande von gut organisierten Einbrechern durchsuchten mehr als 250 Bundespolizisten zwölf Objekte in Viersen. Der Hauptverdächtige wurde festgenommen.

(mrö) Um 6 Uhr am Mittwochmorgen schlugen die Einsatzkräfte der Bundespolizei zu: Zeitgleich begannen die 300 Bundespolizisten mit der Durchsuchung von insgesamt 14 Wohnungen, Garagen und Gewerbeobjekten in Viersen und Mönchengladbach. „Davon befanden sich zwölf Objekte in Viersen“, erklärte eine Sprecherin der Bundespolizeiinspektion Kleve. Die Aktion richtete sich gegen zehn Tatverdächtige. Es geht um organisierten Diebstahl, Hehlerei – und am Rande auch um Drogen. Der Hauptbeschuldigte, ein Viersener, wurde festgenommen.

Was wird den mutmaßlichen Tätern genau vorgeworfen?

Sie sollen laut Staatsanwaltschaft Krefeld Transportgut im Wert von mehr als einer halbe Million Euro gestohlen haben. Dazu sollen sie LKW-Sattelauflieger und Container im Bereich des Eisenbahngüterverkehrs aufgebrochen haben. Erbeutet wurden bei den Einbrüchen unter anderem Computer, Bekleidung, Werkzeuge und technisches Zubehör. „Die systematisch geplanten Einbrüche erfolgten sowohl landesweit in Nordrhein-Westfalen unter anderem in Nettetal-Kaldenkirchen, Duisburg, Neuss und Köln als auch in Hannover“, hieß es von Seiten der Staatsanwaltschaft. Insgesamt gehe es in dem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Diebstahls um Waren im Wert von mindestens 520 000 Euro.

Mehr als 25 Fälle lastet die Staatsanwaltschaft den Tatverdächtigen an. Und: Die Staatsanwaltschaft wirft der Bande auch Hehlerei in vier Fällen vor.

War die Razzia ein Erfolg?

Bei den Durchsuchungen am frühen Mittwochmorgen fanden die Bundespolizisten umfangreiches Beweismaterial. So wurden unter anderem noch original verpackte Bekleidungsgegenstände sichergestellt. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um Diebesgut handelt.

Daneben sicherten die Bundespolizisten Mobiltelefone und Datenträger, fanden auch geringe Mengen Rauschgift. Und: Gegen den Hauptbeschuldigten lag bereits ein Untersuchungshaftbefehl vor. Sie trafen den Viersener bei der Razzia an und konnten ihn festnehmen. Die neun weiteren Tatverdächtigen konnten nicht festgenommen werden.

Bekommen die Geschädigten die gestohlene Ware ersetzt?

Zumindest stehen die Chancen gut, dass sie einen kleinen Teil des Wertes erstattet bekommen. Denn das Amtsgericht Krefeld ordnete zwei sogenannte Vermögensarreste an. Ein Vermögensarrest dient dazu, den Zugriff auf Vermögenswerte zu entziehen. „Aus diesem Vermögensbestand des Täters können Geschädigte entschädigt werden“, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Wie kamen die Ermittler den Tätern auf die Spur?

In der Nacht vom 29. auf den 30. September vergangenen Jahres hatten unbekannte Täter am Bahnhof in Nettetal-Kaldenkirchen mehrere Eisenbahn-Container aufgebrochen. „Gestohlen wurden dabei PCs“, erklärte eine Sprecherin der Bundespolizeiinspektion in Kleve. „Hier wurde die Bundespolizei erstmalig auf die Vorgehensweise der Tatverdächtigen aufmerksam.“

Die Staatsanwaltschaft Krefeld beauftragte die Bundespolizeiinspektion Kleve mit den Ermittlungen – die Behörde führte „im Vorfeld umfangreiche Maßnahmen zur Sachverhaltserforschung durch“, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Nach einem Jahr Ermittlungsarbeit hatte sich der Kreis der Tatverdächtigen auf zehn Personen vergrößert und die Polizisten hatten Indizien dafür, dass die Gruppe mehr als zwei Dutzend Diebstähle begangen haben soll. Und fällte nun die Entscheidung zur
Großrazzia.