Führung des Heimatvereins

Bei einem Rundgang zeigte der Heimatverein Fotos und alte Zeichnungen. Hier wurde der Alte Markt an der Remigiuskirche wieder lebendig.

Viersen. Wer kein „Vierscher Platt“ verstand, der hatte es schwer bei diesem Rundgang der besonderen Art. Bernd Henk führte in der Veranstaltung des Viersener Heimatvereins über den heutigen Remigiusplatz. Der hieß früher Alter Markt, und da die gesamte Führung in plattdeutscher Sprache vonstatten ging, hieß es „Di Hüüser op deä alde Maart“.

Heimatplauderer Bernd Henk brachte im unterhaltsamen Platt den Alten Markt näher. Dazu zeigte er Fotos von vor etwa 100 Jahren. Früher war demnach der Platz viel kleiner. Bestimmt war er immer von der Kirche St. Remigius. Und viele Häuser gibt es nicht mehr, wie das Nachtwächterhaus. Auch der alte Friedhof ist längst Geschichte. Wie die Straßenbahn, die früher über den Alten Markt nach Süchteln quietschte, wie es Henk formulierte.

Anhand der Fotos und alten Zeichnungen konnten die rund 50 Teilnehmer des Rundgangs erleben, wie der Alte Markt einst ausgesehen hatte. Da war die Rede vom Feitenhaus, in dem es früher eine Samen- und eine Weinhandlung gab. Vom Diergardtschen Anwesen war die Rede wie auch vom Haus der Vögte. Auch ein Kaiser’s-Kaffee-Geschäft lag am Markt. Auch Gastronomie gab's früher schon: Die beiden Gaststätten hießen „Zur Gondel“ und „Zur Mopp“.

Vorhanden von den alten Gebäuden ist nur noch die Alte Lateinschule, die aber eigentlich schon nicht mehr zum Markt gehörte. Am Platz selbst wurden die alten Gebäude bereits Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen; sie mussten der Verkehrsplanung für die Süchtelner Straße weichen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ging am Alten Markt die erste Viersener Pommes-Bude in Betrieb.

Seinen bisherigen Namen verlor der Alte Markt übrigens 1970. Bei der Kommunalen Neugliederung wurde daraus der heutige Remigiusplatz. Das nach Viersen eingemeindete Dülken durfte so seinen „Alten Markt“ behalten.

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