Festhalle in Viersen: Stunk-Band ganz klassisch

Festhalle in Viersen: Stunk-Band ganz klassisch

Köbes Underground, die Haus-Gruppe der legendären Sitzung, spielte mit Orchester. Selten dürften Viersener beseelter aus der Festhalle in die neue Woche entlassen worden sein.

Viersen. Viersen liebt Köbes Underground. Und Köbes Underground liebt Viersen. Nicht enden wollte der Applaus am späten Sonntagabend für die zehnköpfige Hausband der Kölner Stunksitzung, die sich diesmal gemeinsam mit dem WDR-Rundfunkorchester auf die Festhallenbühne quetschte.

Das war Masse. Das war Klasse. Das war Köbes Classics. Enge hin, Enge her - Musiker, Sänger und Publikum waren eins. Selten dürften Viersener beseelter aus der Festhalle in die neue Woche entlassen worden sein. Wohin man sah: Strahlende Gesichter von Menschen, die sich die Hände rieben, weil sie vom Beifall-Klatschen schmerzten.

Für viele das i-Tüpfelchen: Überraschend führte Kabarettist Jürgen Becker als kölscher Conferencier mit Schalk und Charme durchs Programm. "Das war doppelter Genuss, ein Konzert mit 5 Sternchen", schwärmte eine Besucherin.

Seit ihrem ersten Auftritt im Rahmen der Abo-Reihe Kultur Extra Viersen haben die Köbesse eine feste, immer größer werdende Fangemeinde in Viersen. Wer sie zum ersten Mal hört, ist beeindruckt von ihrer Musikalität, von ihren Stimmen, vor allem von Frontmann Ecki Pieper und von Winni Rau.

Und überrascht von frechen, frivolen, unerschrockenen Kölschen Cover-Versionen bekannter Hits. Da singen Rammstein-Rocker "In unserm Veedel", Dieter Thomas Heck lebt samt Hitparade wieder auf, und Tanzmariechen ist auch nicht weit. Wenn der Kölsche Vollblut-Türke Ozan Akhan dazu die Hüften kreisen lässt, brodelt jeder Saal vor Begeisterung.

Das WDR-Rundfunkorchester schloss das Publikum am Sonntag in seine Beifallsumarmung innig ein. Dirigent Helmuth Froschauer, seine 58 Streicher, Bläser und Co. stemmten das Quatschprogramm mit Qualität und ungekünsteltem Spaß an der Sache.

Nicht vergessen darf man die Gast-Auftritte von Stunksitzungs-Präsidentin Biggi Wanninger. Das war Volumen in jeder Hinsicht. Dass die Sympathie der Viersener bei den Kölnern auf Gegenliebe stößt, zeigten die vielen winkenden Hände auf der Bühne.

Und ein Kompliment, das die Auftrittsprofis am Ende gaben, als Ecki Pieper Brigitte Baggen und das ganze Viersener Kultur-Organisations-Team lobte: "Ihr habt ein tolles Programm hier. Darauf könnt ihr stolz sein."

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