Experten sprechen über Facebook & Co.

Experten sprechen über Facebook & Co.

Über Facebook und Co. sprachen Experten auf Einladung der Stadtschulpflegschaft in Viersen.

Viersen. Wenn Namen wie Twitter oder Facebook fallen, dann gehen die Meinungen auseinander. Was die einen für eine unabdingbare Bereicherung halten, empfinden andere als völlig unnötig und teilweise sogar als gefährlich.

Gerade Jugendliche und junge Erwachsene nutzen die Angebote sozialer Netzwerke, pflegen über das Internet Freundschaften und tauschen Informationen aus. Aber dahinter steht auch die gigantische Sammlung von persönlichen Daten seitens der Anbieter dieser sozialen Netzwerke.

Die Stadtschulpflegschaft Viersen ging das Thema im Kreishaus-Forum unter dem Titel „Chancen und Risiken von sozialen Netzwerken“ an, gemeinsam mit dem Chaostreff Essen, einem Ableger des bekannten Chaos Computer Clubs. Drei seiner Mitglieder, der Programmierer Matthias Lindhorst, der Informatikstudent Manuel Prinz und der Lehrer Christian Roschow, zeigten auf, wie die sozialen Netzwerke ticken.

„Soziale Netzwerke ermöglichen Kommunikation, doch diese machen die Anbieter nicht aus Gefälligkeit. Sie verdienen damit Geld, indem sie Daten sammeln“, stellte Lindhorst anhand des Beispiels Facebook heraus.

Er verdeutlichte dabei die Vorgehensweise des Anbieters. Für viele der Besucher erschreckend war die Vielzahl der „User“-Daten, die tatsächlich gesammelt werden. Angefangen von Namen, Alter, Nationalität, Geschlecht, Beziehungsstatus und sexueller Orientierung bis hin zu Hobbys sowie schulischem und beruflichem Werdegang.

Facebook sammelt zudem auch die Beziehungen der User untereinander und betreibt eine Analyse von hochgeladenen Bildern — Stichwort Biometrie. „Alles, was ich bei Facebook eingebe, gehört denen“, machte Lindhorst deutlich.

Das Ziel der Anbieter ist laut Experten klar: eine detaillierte Analyse für digitales Marketing. Exakt zugeschnittene Werbung, Vorhersagen von Kaufverhalten und Liquidität von Personen sind die Stichwörter.

„Denken, bevor man klickt“, gab Lindhorst den Zuhörern als eindringlichen Tipp mit auf den Weg. Man solle auf seinen gesunden Menschenverstand setzen, seinem Gefühl vertrauen und alles Zweifelhafte anzweifeln. Medienkompetenz als Fähigkeit, Medien und ihre Inhalte den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend zu nutzen und sich nicht benutzen zu lassen, ist demnach angesagt.

Soziale Netzwerke, das wurde ebenfalls klar, bedeuten auch Chancen, etwa dass Freundschaften über große Entfernungen hinweg erhalten und Gruppen einfach organisiert werden können. Das Problem sei die Erhebung von Daten ohne das Wissen der Nutzer, aber wer sich dessen bewusst sei, wenn er Facebook und Co nutze, und einen kritischen Umgang pflege, der könne auch die Vorteile der sozialen Netzwerke nutzen, so Lindhorst.