Entwurf für die erste Änderung des Regionalplans beinhaltet neue Flächen in Viersen

Bauland in Viersen : Grüne: Regionalplan ist Raubbau

Die Grünen in Viersen kritisieren, dass laut Plan viele Ackerflächen bebaut werden sollen.

Ein Stück Land auf dem ehemaligen Kaiser’s-Gelände in Viersen, zwei Stücke in der Nähe des Baumarkts an der Kölnischen Straße, eins am Ransberg und eins an der Friedhofsallee in Dülken: Der Änderungsentwurf des Regionalplans sehe, abgesehen vom Kaiser’s-Areal, „ausschließlich freie und unversiegelte Flächen, die derzeit landwirtschaftlich genutzt werden“ vor, kritisieren die Viersener Grünen. „Der bestehende Regionalplan enthält bereits ausreichend Wohnbauflächenreserven für die weitere Entwicklung der Stadt. Die vorhandenen Reserven sollten erst einmal ausgeschöpft werden, bevor neuer hochwertiger Freiraum in Anspruch genommen wird“, sagt die Fraktionsvorsitzende Martina Maaßen. „Neue Baugebiete auf den Acker zu setzen, ist die Politik von vorgestern. Damit vergrößern wir nur die Pendlerströme Richtung Düsseldorf.“

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat den Entwurf für die erste Änderung des Regionalplans erarbeitet. Ziel ist, angesichts wachsender Bevölkerungszahlen in der Rhein-Region rund um Düsseldorf mehr Wohnbauflächen zu schaffen. Der Änderungsentwurf des Plans sieht vor, insgesamt rund 100 neue Flächen mit einer Größe von insgesamt 1500 Hektar auszuweisen. Gut 15 der Flächen sind im Kreis Viersen, davon zum Beispiel eine in Nettetal-Lobberich. Bis Ende September liegen die Unterlagen des ersten Änderungsentwurfs im Kreishaus in Viersen aus. Bürger können an die Bezirksregierung Stellungnahmen richten, neue Ideen und Anregungen einbringen.

Die Stadt Viersen soll gegen den Regionalplan Einspruch einlegen

Die Viersener Grünen fordern nun, dass die Stadt fristgerecht bis zum 30. September Einspruch einlegt „gegen die Ausweisung von Flächen für Wohnbebauung auf der grünen Wiese“. Maaßen begründet: „In der Regel entstehen hier Einfamilienhäuser und kein sozialer Wohnungsbau, sodass der lokale Wohnungsnotstand nicht behoben wird.“ Darüber hinaus sei von Siedlungen, die „als reine Schlafstätten für den Düsseldorfer Arbeitsmarkt“ angelegt würden, keine Belebung der Viersener Innenstadt und des lokalen Einzelhandels zu erwarten. Die Grünen haben Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) einen entsprechenden Antrag geschickt, damit im Planungsausschuss über den Änderungsentwurf beraten wird. Sollte dann die Stadt eine negative Stellungnahme abgeben, werde die Bezirksregierung die Pläne noch mal prüfen lassen, erläutert Maaßen.

In ihrem Antrag fordern die Grünen auch, dass die Stadtverwaltung die Bürger über den Änderungsentwurf informiert – so, wie es die Bezirksregierung auch von den Kommunen erwartet. Bisher sei das Thema in nicht-öffentlichen Ausschuss-Sitzungen behandelt worden, kritisiert Maaßen.

Für besonders bedenklich halten die Grünen die Ausweisung des Gebietes Ransberg-Süd, denn es liege in der erweiterten Zone eines Wasserschutzgebietes. Darüber hinaus würden für das Gebiet „Viersen-Süd um Obi“ in der Planänderung sogar explizit „schutzübergreifend erhebliche Auswirkungen“ als Ergebnis der Umweltprüfung festgestellt.

Maaßen betont: „Uns ist wichtig, dass die Öffentlichkeit jetzt endlich informiert wird.“

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