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Einbruchsstatistik im Kreis Viersen: Im Winter gibt es mehr Einbrüche

Kreis Viersen : Einbrüche lassen langsam nach

Die Tage werden wieder länger. Die dunkle Jahreszeit ist bald vorbei. Nach der Statistik der Polizei im Kreis Viersen werden damit auch die Zahlen von Einbrüchen und Einbruchsversuchen wieder zurückgehen.

Ist die dunkle Jahreszeit die Hochsaison für Einbrecher? Die Erfahrung der Kriminalpolizei im Kreis Viersen sagt ja, bestätigt Polizeipressesprecher Wolfgang Goertz. Das gilt nicht nur lokal, sondern landesweit. Das zeigt jedenfalls auch der Forschungsbericht Wohnungseinbruchdiebstahl des Landeskriminalamtes Nordrhein Westfalen. In den Wintermonaten (Oktober bis März) steigen die Fallzahlen überproportional an.

Von 2007 bis zum Jahr 2015 nahmen die Fallzahlen im Sommer landesweit um 9817 Fälle zu, im Winter stiegen sie um 14 075 Fälle. Die Zunahme in den Wintermonaten ist seit den 1990er Jahren jedes Jahr aufs Neue zu beobachten. Viele denken da, gut dass es jetzt wieder länger hell ist.

Warum ist die dunkle Jahreszeit attraktiver für Einbrecher? Im Dunklen fallen dunkel gekleidete Einbrecher weniger auf. Außerdem kann man an einem dunklen Haus leicht erkennen, dass niemand zu Hause ist. Deswegen rät die Polizei, auch in Abwesenheit Lampen in der Wohnung brennen zu lassen oder an Zeitschaltuhren zu koppeln. Schon Beleuchtung im Eingangsbereich schreckt potenzielle Einbrecher ab. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes für das Jahr 2017 kommen die Einbrecher in drei von fünf Fällen zwischen 21 Uhr und 6 Uhr. Professionelle Einbrecher wissen aber auch, dass sie abends von zurückkehrenden Bewohnern überrascht oder gestört werden können.

Tageswohnungseinbrecher, egal in welcher Jahreszeit, spekulieren darauf, dass die Bewohner tagsüber nicht zu Hause sind. Gerade in Landkreisen, die in der Nähe von Großstädten liegen, in die viele Einwohner zur Arbeit pendeln, sind Tageswohnungseinbrüche ein besonders häufig beobachtetes
Phänomen.

Seit 2015 gehen Einbrüche im Kreis kontinuierlich zurück

Im Kreis Viersen liegen jetzt die aktuellen Daten für 2019 vor. Seit 2015 gehen die Einbrüche und Einbruchsversuche kontinuierlich und erheblich zurück – 2019 wurden im Kreis Viersen 469 Einbrüche gemeldet, davon 197 Versuche. Im Jahr 2018 waren es noch 525 Einbrüche, im Jahr 2015 sogar 907. Der Fünf-Jahres-Durchschnitt liegt bei 674 Einbrüchen, die seit 2017 deutlich unterschritten werden. Nach der Monatsstatistik, die bis November 2019 vorliegt, findet man die drei höchsten Zahlen bei den Einbrüchen alle in der dunklen Jahreszeit: 138 im Februar 2019, zehn im März 2019 und 97 im November 2019. Im November 2018 lagen die Einbruchsdelikte sogar bei 123, vor fünf Jahren bei 122. Berücksichtigt man nur Wohnungseinbruchdiebstahl, bleibt die Reihenfolge, aber die Zahlen fallen weit geringer aus: 74 im Februar 2019, 61 im März 2019 und 52 im November 2019. Fragt man nur nach Tageswohnungseinbrüchen, kommt man auf 32 im Februar und März 2019 sowie 21 im Januar und November 2019.

Schaut man sich die anderen Monate im Jahr 2019 an, so gehen Wohnungseinbrüche im Sommer deutlich zurück. Mit 16 und 18 Wohnungseinbrüchen waren Juni und Juli die ruhigsten Monate, dagegen liegen die Monate April (32), Mai (32) und Oktober (33) gleich auf. Der August (24) liegt über dem September (20). Die Sommerferien lagen im vergangenen Jahr zwischen dem 15. Juli und dem 27. August recht spät, in diesem Jahr beginnen sie bereits zwei Wochen früher am 29. Juni und enden am 11. August. Ferienzeiten sind eigentlich auch Hochzeiten für Einbrecher, zumindest für 2019 galt das im Kreis Viersen aber nicht
unbedingt.

Der Forschungsbericht Wohnungseinbruchdiebstahl des Landeskriminalamtes, europaweit das umfangreichste Projekt zum Thema, macht noch eine weitere interessante Unterscheidung:

Schmuck trägt etwas mehr als die Hälfte des Wertes zur Beute bei

Bei den Tätern differenziert er zwischen Gelegenheitsdieben, zumeist Drogensüchtige, die Geld für ihre Sucht benötigen, und Profi-Einbrechern, die auch zu zweit oder als Banden organisiert sind. Sie verhalten sich am Tatort anders: Die meisten haben eine effiziente Durchsuchungsstrategie und treffen auch vorsorglich Fluchtmöglichkeiten. Die Struktur der Beute spielt dabei eine entscheidende Rolle, Schmuck trägt etwas mehr als die Hälfte des Wertes zur Beute bei.

Nach der Statistik der Polizei NRW wird in Großstädten mehr Beute erzielt als in kleineren Gemeinden. Um Städte und kleinere Gemeinden besser vergleichen zu können, wird mit der Häufigkeitszahl als Quotient aus der Menge der Straftaten und der Anzahl der Einwohner gerechnet.

Während Großstädte wie Köln und Düsseldorf bei diesem Wert vorne liegen (Anzahl der bekannt gewordenen Fälle mehr als 3000) liegt der Kreis Viersen in der Statistik eher hinten (unter 1000). Das wäre eine gute Nachricht. hb

(hb)