Dülken: Neue Heimat für Bücher

Dülken: Neue Heimat für Bücher

Die Bibliothek in Dülken könnte in einem Jahr ein neues Domizil und eine neue Ausrichtung haben.

Dülken. Der Mietvertrag für die Dülkener Stadtteil-Bibliothek im Alten Waisenhaus am Eligiusplatz läuft am 31. Dezember 2010 aus, ein neues Domizil in zentraler Lage ist ins Auge gefasst.

Die knappe Mehrheit des Kultur- und Partnerschaftsausschusses sprach sich für die Anmietung eines Ladenlokals zum 1. Januar 2011 aus. Wenn der Haupt- und Finanzausschuss am 21. Dezember zustimmt, wird die Bücherei in eine Familien-Bibliothek umgewandelt.

Die räumliche Verlagerung soll mit einer inhaltlichen Neuausrichtung der Bibliothek verbunden sein. Weil Familien die Hauptnutzer sind, soll sich das Angebot an Medien zu 60 Prozent an Eltern und Kinder richten, zu zehn Prozent an Senioren, 30 Prozent sollen allgemeine Wünsche von Erwachsenen erfüllen.

Neben dem Angebot von Büchern sollen Kindertheater und Autorenlesungen stattfinden, unterstützt durch ehrenamtliche Mitarbeiter. Dieses Konzept löste eine kontroverse Diskussion aus. Für die Erhaltung der Bibliothek sei eine gute Lösung gefunden, erklärte Laura Mavrides (CDU).

Sie unterstützte die Entwicklung zur Familien-Bibliothek. Allerdings müsse der Einsatz von Freiwilligen über eine Leseförderung hinausgehen, um das hauptamtliche Personal zu entlasten. Dagegen lehnte Werner Jungblut (FürVie) eine neue Anmietung ab. Weil die Dülkener Bücherei nur noch 553 Leser habe und 612 die Viersener Zentralbibliothek nutzten, sei es sinnvoller, eine städtische Schule zu nutzen.

Auch SPD und FDP wiesen auf die verringerte Nachfrage in Dülken hin. Karl-Heinz Gerhards (SPD): "Eine Stadt muss reich sein, wenn sie eine zentrale Bibliothek und zwei Büchereien hat."

Weil der Mietvertrag für das alte Waisenhaus auslaufe, habe die Verwaltung das Konzept für eine Familien-Bibliothek an einem neuen Standort aufgestellt, so Christiane Wetter, Leiterin der Stadtbibliothek. Die Erfahrungen mit Vorlese-Patenschaften von ehrenamtlichen Mitarbeitern seien positiv. Für deren Einsatz sei allerdings die Unterstützung durch die Fachkräfte notwendig.

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